Die Saarbrücker Galerie „Zimmerling und Jungfleisch“ zeigt Werke neuer Künstler.

Bildende Kunst : Von ulkigen Monstern zum floralen Muster

Die Saarbrücker Galerie Zimmerling und Jungfleisch zeigt Werke neuer Künstler, darunter Stars der Urban-Art-Szene.

Wenn Mitte April die Urban Art Biennale in der Völklinger Hütte eröffnet wird, werden im Saarland wieder die großen Namen der Kunstrichtung versammelt sein. Doch schon jetzt sind einige der Stars der Szene in der Galerie Zimmerling & Jungfleisch am Saarbrücker Eurobahnhof zu sehen. Dass es eine Galerie schafft, Arbeiten von Jan Kaláb, Niels Shoe Meulman oder Six Paredes nach Saarbrücken zu bringen, darf durchaus als kleine Sensation bezeichnet werden.

Die Ausstellung „Technicolor“ versammelt fünf neue Künstler der Galerie und ein bereits von den Saarbrückern gezeigtes Künstlerkollektiv. Als „Hell’o Monsters“ wurden die drei belgischen Künstler bekannt. Inzwischen arbeiten sie nur noch zu zweit und haben die Monster nicht nur im Namen abgelegt, sondern sich auch von den einstigen Bildinhalten verabschiedet, in denen ulkige Monster allerlei Schabernack trieben. In Großformaten versammeln Hell´o mit klaren Farben florale Muster, Vasen, Fragmente von Körpern und geometrische Abstraktionen zu eigenwilligen Bildräumen. Von den Monstern geblieben sind die kalt dreinschauenden Augenpaare, die den Betrachter anstarren.

Die Arbeiten des Briten Mr. Jago sind gerade heiß begehrt und das 13 000 Euro teure Gemälde „Requiem“ war bereits vor Ausstellungsbeginn verkauft. Das quadratische Werk ist ein expressionistisches Farbgestöber aus pastos aufgetragenen Farbtupfern. Es ist allerdings nicht die aufregendste Arbeit von Duncan Jago, der es sonst oft schafft, mit den Farbtupfern Energie und Tiefenwirkung einzufangen. Daneben hängen zwei skulptural anmutende Arbeiten des Tschechen Jan Kaláb, der ein Meister der feinen Farbverläufe ist und damit räumliche Tiefe suggeriert. Handwerklich perfekt, aber vielleicht auch ein bisschen zu schlicht. Was auf einer Wand im öffentlichen Raum als Intervention funktioniert, ist im Wohnzimmer dann eben doch zu sehr Dekoration.

Ganz anders ist das undurchsichtige Universum von Sixe Paredes. Der Spanier nutzt sein Können als Grafiker, um Bildwelten aus Zahlen, Symbolen und geometrischen Mustern zu erschaffen. Die verrätselten Gemälde kann man stundenlang anschauen und entdeckt immer wieder Neues. Die magisch-expressiven Welten der jungen Berlinerin Julia Benz können da nicht mithalten und gehen als kleinere Formate neben den Kollegen etwas unter.

Ein Meisterwerk der Ausstellung ist „Cute“ von Niels Shoe Meulman. Der 1967 geborene Niederländer gilt als einer der Pioniere der Graffiti-Kunst und hat lange mit kalligraphischen Schriftzeichen gearbeitet. Das nun gezeigte Werk leuchtet geheimnisvoll. Der abstrakte Farbnebel schillert je nach Betrachungswinkel und Lichteinstrahlung in metallisch anmutenden Farben, die in einem gestischen Akt pastos aufgetragen wurden. Im Zentrum hat der Künstler in gestischem Schwung ein helles Linienknäuel in die Farbe eingebettet, das vor dem Hintergrund zu schweben scheint. Ein außergewöhnlicher Umgang mit dem Material.

Läuft bis 25. Mai. Geöffnet: Di 15-19 Uhr, Mi 10-12 Uhr und 15-20 Uhr, Do/Fr 15-19 Uhr. Sa 11-15 Uhr.