Die Fusion von Thalia und Mayerscher ist die jüngste Flurbereinigung im Buchhandel

Buchhandel: : Buchhandelsfusion von Thalia und Mayerscher

304 plus 55 macht 359 Filialen und damit die unangefochtene Marktführerschaft im stationären Buchhandel: So lautet die Rechnung, die hinter der gestern bekannt gegebenen Fusion der Buchhandelsketten Thalia und Mayersche steht.

Thalia, Platzhirsch mit 233 Filialen in Deutschland (und weiteren 36 in der Schweiz sowie 35 in Österreich), geht mit der traditionsreichen Mayerschen Buchhandlung (mit 55 Filialen, überwiegend in NRW, bis dato hinter Thalia, Hugendubel und Weltbild die Nummer vier im stationären Handel und in Familienbesitz) eine strategische Partnerschaft ein. Sollte das Kartellamt der Fusion zustimmen, wäre dies die bislang folgenreichste Flurbereinigung im krisengeschüttelten deutschsprachigen Buchmarkt.

 Thalia und Mayersche begründeten ihren Schritt nicht zuletzt mit der immer stärkeren Konkurrenz des Online-Riesen Amazon, dem seit Jahren in Sachen Buchhandelsumsatz Platz eins nicht mehr streitig zu machen ist. „Im deutschen Buchhandel sind wir erfolgreicher, wenn wir auf Allianzen setzen“, begründete Thalia-Chef Michael Busch den neuen Zusammenschluss. Nicht zuletzt das Online-Geschäft von Thalia und Mayerscher soll künftig gemeinsam vorangetrieben werden, um Amazon konzentrierter entgegenzutreten. Zugleich versucht Thalia mittels der Fusion offenkundig, vom Renommee der Mayerschen Traditionsbuchhandlung zu profitieren und sich selbst damit stärker als qualifiziertes Buchkaufhaus zu profilieren.

Die Allianz fügt sich insoweit passgenau in Thalias 2018 im Zuge eines Konzern-Relaunchs eingeschlagene neue Strategie, bei seinen Expansionsbestrebungen mehr auf Partnerschaften mit namhaften Sortimentern zu setzen. In den Vorjahren hatte Thalia mehrere alteingesessene Buchhandlungen in kleineren und mittleren Städten übernommen und damit (ganz ähnlich wie der Mit-Konkurrent Hugendubel) Abstand genommen vom Gründen weiterer großflächiger Buchkaufhäuser. Entsprechend wird die Fusion nun von der Hagener Konzernzentrale so verkauft, dass die persönliche, kundige Beratung den Unterschied zum gesichtslosen Online-Handel mache.

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