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Der Regisseur von "Lost Boys" wurde 80 Jahr ealt.

Kino : „Es wird auf meinem Grabstein stehen“

Joel Schumacher ist tot – Regisseur vieler Hits und eines Films, für den er sich 20 Jahre später entschuldigt hat.

Weltweit bekannt wurde er vor allem als Regisseur zweier Blockbuster der „Batman“-Reihe – nun ist Joel Schumacher tot. Er sei am Montag in New York nach einem einjährigen Kampf gegen Krebs gestorben, teilte ein Vertreter des Filmemachers mit. Schumacher wurde 80 Jahre alt.

Der gebürtige New Yorker sorgte zunächst in der Modewelt für Furore. Nach dem Besuch der renommierten Designhochschule Parsons School dekorierte er die Schaufenster von Henri Bendel, einem Geschäft für Damenaccessoires mit Sitz in New York City. In Berührung mit dem Film kam Schumacher erstmals als Kostümdesigner. Er setzte einige Woody-Allen-Filme der 70er Jahre modisch in Szene: „Innenleben“ und „Der Schläfer“.

Seinen ersten Hit als Regisseur und Drehbuchautor landete Schumacher mit „St. Elmo’s Fire – Die Leidenschaft brennt tief“ von 1985 mit Rob Lowe, Demi Moore und Emilio Estevez in den Hauptrollen. Mit dem Film brachte er auch die Generation des „Brat Pack“ groß heraus – jene Darsteller der 80er Jahre, die gleich in mehreren Filmen als Clique auftreten und auch privat als Partymeute bekannt waren.

1987 folgte die Vampir-Horrorkomödie „The Lost Boys“ mit Kiefer Sutherland, danach führte Schumacher unter anderem Regie bei „Der Klient“ und „Die Jury“, zwei Film­adaptionen von John-Grisham-Romanen. In den 90ern drückte er zudem als Regisseur von „Batman Forever“ und „Batman & Robin“ der Superhelden-Saga seinen ganz eigenen, bunten Stempel auf. Kritiker warfen ihm vor, da eher auf den Unterhaltungswert als auf Geschmack zu setzen. Als Beispiel wurden die berüchtigt sinnlichen Kostüme von Batman und Robin mit sichtbaren Brustwarzen herangezogen. Trotz Star-Besetzung um George Clooney, Arnold Schwarzenegger und Uma Thurman wurde der Film 1997 von Fans und Kritikern gleichermaßen zerrissen. Die schräge Comic-Verfilmung holte elf Nominierungen für den Spottpreis „Goldene Himbeere“.

Schumacher gab das Fiasko 2017 zum 20. Jahrestag der Comicverfilmung im Interview mit „Vice“ unumwunden zu. „Ich möchte mich bei jedem Fan entschuldigen, der enttäuscht wurde, denn ich denke, das bin ich ihnen schuldig“, sagte der Regisseur. „Es wird auf meinem Grabstein stehen, das weiß ich.“