1. Nachrichten
  2. Kultur

Der Album-Klassiker „Rokoko-Jazz“ wird wieder neu aufgelegt.

Eugen Ciceros „Rokoko-Jazz“ : Der Jazzer mit den Goldfingern

Eugen Ciceros Album-Klassiker „Rokoko-Jazz“ wird wieder neu aufgelegt.

Ein brillanter Improvisator am Klavier mit breitem TV-Lächeln – so haben wir den rumänischen Pianisten Eugen Cicero in Erinnerung, den zumindest in Deutschland weit über den Jazz hinaus geradezu jedes Kind kannte. Bis er 1997 mit nur 57 Jahren aus dem Leben gerissen wurde – von einem Hirnschlag, wie später auch sein ebenso berühmter Sohn, der Jazzsänger Roger Cicero (1970-2016).

In diesem Jahr wäre Eugen Cicero 80 geworden, nun erscheint sein deutsches Debütalbum „Rokoko-Jazz“, vom original Master digitalisiert, als CD und Edel-Vinyl – die 1965 veröffentlichte LP verkaufte sich weltweit über eine Million Mal und bedeutete Eugen Ciceros Durchbruch. Seine jazzigen Bearbeitungen von Noten Couperins, Scarlattis, Mozarts, von Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach sind auch heute noch eine Wucht. Wenn es passte, konnte „Mr. Golden Hands“, wie Cicero genannt wurde, lässig swingen wie der französische „Play Bach“-Pionier Jacques Loussier, ja das Klavier sogar noch intimer singen lassen: Typisch für das hochvirtuose Energiebündel war freilich das vollgriffige Nach-Vorne-Stürmen – Cicero spiele Loussier an die Wand, hieß es damals.

Wie dem auch sei, so einen wie Eugen Cicero gab’s nur einmal. Und das stimmige Miteinander mit den Kollegen Peter Witte (Kontrabass) und Charly Antolini (der Schlagzeuger entdeckte Cicero und brachte ihn zum MPS-Saba-Label) dringt hier in jeder Nuance ans Ohr, als wäre das Ganze erst gestern aufgenommen.

Eugen Cicero: Rokoko-Jazz
(MPS Records, CD und LP).