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Thee Cherylinas live in Saarbrücken: Cherylinas: Nach 20 Jahren wieder ganz weiblich

Thee Cherylinas live in Saarbrücken : Cherylinas: Nach 20 Jahren wieder ganz weiblich

Von Sebastian Dingler

1991, da veröffentlichten Nirvana ihr Album „Nevermind“, und in den Discos liefen House und Techno. Aber in einem Teil der Saarbrücker Musikszene tickten die Uhren anders: Da galt die Leidenschaft der Beat- und Soulmusik der 60er. Junge Männer gründeten die Band The Apemen, parallel formierte Sängerin Nicole Meng das weibliche Pendant: Thee Cherylinas. „Eine reine Frauenband war damals mein Traum. Dafür habe ich die ganzen Freundinnen der mir bekannten Musiker gefragt. Die haben dann extra für die Cherylinas ihr Instrument gelernt“, erzählt Meng. Das zweite „e“ im englischen Artikel sei damals „in“ gewesen, „das fand ich schick“. Die Formation feierte in der Szene einige Erfolge. „Mit den Apemen zusammen waren wir europaweit auf Tour.“

Doch dann zerbrach die Band am nächsten möglichen Schritt. „1994 wurde die Plattenfirma Virgin auf uns aufmerksam. Nur sollten damals Profimusiker unser Material für uns einspielen, die wollten wohl eine Art Spice Girls aus uns machen. Da wollten nicht alle mitmachen“, erzählt Meng, die sich heute noch fragt, was wohl gewesen wäre, wenn man sich anders entschieden hätte. Erst 2010 gründete die Sängerin die Cherylinas neu, aber mit einem Haken: Weil sich keine Frau dafür fand, musste ein Mann ans Schlagzeug. „Wir haben da vier Jahre etwas gemacht, aber eher halbherzig. Es war halt keine reine Frauenband.“ Die Lösung kam 2017 mit Gitarristin Marlene Neininger: Deren Band Peaches & Cream hatte sich gerade aufgelöst, sie löste Gitarristin Nathalie Kielbassa ab, die gerne ans Schlagzeug wechselte. Michelle Froese-Kuhn blieb am Bass, dazu kam Jazzerin Nika Jonsson an der Orgel: Fertig waren die rein weiblichen Cherylinas.

Noch etwas ist neu: Gesungen wird jetzt ausschließlich auf Deutsch. Sowohl die eigenen Songs als auch die Cover von The Yardbirds oder The Who bekamen von Meng einen deutschen Text verpasst. Auch das hat durchaus Retro-Flair, wurden doch vor 50 Jahren viele internationale Titel von deutschen Interpreten neu eingesungen. So etwa „Paranoid“ von Black Sabbath, das als „Der Hund von Baskerville“ von Cindy & Bert auf den Markt kam. Auch diesen Titel haben die Cherylinas im Programm. Wer die Band zum ersten Mal seit über 20 Jahren in  weiblicher Besetzung hören möchte: An diesem Samstag tritt sie beim „Girl Festival“ (ab 20 Uhr) im Studio 30 in der Mainzer Straße in Saarbrücken auf, zusammen mit Nika & Karambolage und DJane Reggie.

www.studio-30.de