Bonner Bundeskunsthalle verändert Ausstellung nach Pädophilie-Vorwürfen gegen Michael Jackson

Michael-Jackson-Schau : Bloß keine Michael-Jackson-Hommage

Wie die Bonner Bundeskunsthalle ihre Ausstellung über den Musiker im Zuge der Pädophilievorwürfe angeht.

(kna) Die Bonner Bundeskunsthalle will die aktuellen Missbrauchsdebatten um Michael Jackson (1958-2009) aus ihrer kommenden Ausstellung nicht ausklammern. Man werde „trotz der Kurzfristigkeit reagieren und die Ernsthaftigkeit dieses Themas herausstellen“, sagte der Intendant der Bundeskunsthalle, Rein Wolfs, am Freitag. Ab 22. März zeigt das Museum die Schau „On the Wall“ zum kulturellen Einfluss des Musikers, die zuvor in London und Paris zu sehen war. Derzeit werde ein Programm erarbeitet, „das Raum und Gelegenheit für Diskussion und Austausch“ bieten solle.

Die Kindesmissbrauch-Vorwürfe gegen Jackson werden durch den Dokumentarfilm „Leaving Neverland“ neu diskutiert. Die Debatte sei nicht abgeschlossen und gestalte sich zehn Jahre nach dessen Tod um so schwieriger, erklärte Wolfs. Die Ausstellung thematisiere nicht im Sinne einer Hommage die Biografie des Popstars, sondern widme sich „ausschließlich dem ,Phänomen Jackson’ in der bildenden Kunst“. Klar sei jedoch, „dass eine vollständige Loslösung beider Aspekte nicht möglich ist“. Man wolle „möglichst unterschiedliche, auch kunst- und museumsferne Menschen ansprechen“, meinte Wolfs.Wenige Musiker hätten einen vergleichbaren Status erreicht: So sei Jackson der „erste große Videoclip-Künstler“ gewesen. „Er hat eine visuelle Aura um sich aufgebaut, die größer wurde als er selbst.“ Ausschnitte aus dem Musikvideo zu „Thriller“ (1982) hätten sich geradezu „in unser kulturelles Gedächtnis eingeprägt“.