Monumentales TV Das Fernsehen macht die Bibel am Karfreitag überlebensgroß

Bonn · Filme über biblische Geschichten und Gestalten waren nicht nur am Beginn der Filmgeschichte sehr begehrt – sie durchziehen sie in Wellen immer wieder. Und ganz besonders zeigt sich das Jahr für Jahr am Karfreitag.

 „Gladiator“ mit Russell Crowe in der Titelrolle machte 2001 zwar nicht den Bibelfilm, aber dafür antike Helden wieder sehr salonfähig. Eine Dokumentation auf Arte spürt diesem Kinoerfolg nach.

„Gladiator“ mit Russell Crowe in der Titelrolle machte 2001 zwar nicht den Bibelfilm, aber dafür antike Helden wieder sehr salonfähig. Eine Dokumentation auf Arte spürt diesem Kinoerfolg nach.

Foto: dpa/Jaap Buitendijk

Nicht besonders originell, aber immer wieder quotenträchtig sind die klassischen US-Monumentalfilme der 1950er-Jahre – etwa „Die zehn Gebote“ (13.50 bis 17.20 Uhr, ZDF) von Cecile B. DeMille, in dem Yul Brunner als Ramses und Charlton Heston als Moses aneinandergeraten, bis die Israeliten „trockenen Fußes“ durch das Rote Meer ziehen, während die Streitwagen des Pharao in den Fluten versinken. In diese Kategorie gehören auch „Das Gewand“ (20.15 bis 22.25 Uhr, 3sat) von Henry Koster mit Richard Burton und Jean Simmons und spätabends „Die Bibel“ (23.10 bis 01.50 Uhr, BR) von John Huston, der sich mit den Mitteln des Historienfilms am Genesis-Buch der Bibel von Adam und Eva bis zur Opferung Isaaks abarbeitet.

Eine Ausnahme macht Arte: Der Sender zeigt eine Neuinszenierung der Andrew-Lloyd-Webber-Rockoper „Jesus Christ Superstar – Live in Concert“ (22.40 bis 00.20 Uhr, Arte), in der die letzten sieben Tage Jesu mit den Mitteln der Popmusik vergegenwärtigt werden. Außerdem gibt es zuvor ein filmkundliches Feature von den Anfängen des Sandalenfilms bis in die Gegenwart: „Mit Schwertern und Sandalen“ (21.45 bis 22.40 Uhr, Arte). In der Anfangszeit des Kinos waren antike Stummfilme die ersten Superproduktionen der Filmstudios mit aufwändigen Kulissen, Tausenden Statisten und der damals neuesten Technik. Der Tonfilm bedeutete dann das vorläufige Aus für das Genre, da die Kosten bei biblischen Massenszenen viel zu hoch gewesen wären.

Zwei Jahrzehnte war es still um den Sandalenfilm, bis der Kampf des Kinos gegen das neue Fernseh-Medium die Zuschauer wieder begeisterte: mit monumentalen CinemaScope-„Opern“ wie „Quo Vadis?“ (1951), „Spartacus“ (1960) oder „Ben Hur“ (1959). Gedreht wurde meist in Cinecitta bei Rom.

Bald beherrschten italienische Sandalenfilme die Leinwand und machten Hollywood Konkurrenz. Dabei stand nicht die Story im Vordergrund, sondern der Körper: Männliche Bodybuilder wie Steve Reeves und Reg Park gingen als Herkules in die Geschichte ein und legten den Grundstein für die Ausnahmekarriere eines Arnold Schwarzenegger.

Die interessante Dokumentation „Mit Schwertern und Sandalen“ zeigt die größten und dekadentesten Augenblicke der Leinwandantike und ihrer Helden. Außerdem erzählt sie die Entstehungsgeschichte von „Gladiator“ (2000), mit dem Ridley Scott den Sandalenfilm ins Jahrhundert der digitalen Spezialeffekte hinüberrettet und alte Misserfolge wie „Cleopatra“ (1962) vergessen machte. Sogar die Antike ist wieder leinwandtauglich geworden, wie „Troja“ (2004), „300“ (2006) oder Serien wie „Spartacus“ beweisen.

(kna)