Uraufführung: Berliner Ensemble: Neue Spielstätte eröffnet

Uraufführung : Berliner Ensemble: Neue Spielstätte eröffnet

Mit der Uraufführung von „Mütter und Söhne“ hat das Berliner Ensemble seine neue, zweite Spielstätte eröffnet. Nach mehr als einem Jahrhundert bekommt das Theater am Schiffbauerdamm damit nun eine dauerhafte Zweitbühne.

Regisseurin Karen Breece setzt sich in ihrem neuen Stück mit rechter Radikalisierung auseinander. Die Autorin sprach vorab mit Müttern von Rechtsextremen, mit Aussteigern, Hilfsorganisationen und auch Polizisten. Daraus setzt sie einen zweistündigen Theaterabend zusammen. Sie stellt die Frage, wie man sich verhalten soll, wenn Söhne rechtsextrem werden.

Auf der Bühne standen am Freitagabend viele Stühle, zwischen denen sich fünf Schauspieler bewegten. Breece zeigt Frauen, die ihre Söhne lieben und gleichzeitig fürchten. Sie beschreibt, wie sich die neue Rechte mit Videos im Instagram-Stil inszeniert, welche Rechtsrocklieder sie singen, welche Gedichte sie vortragen.

Das alles kontrastiert sie mit der Sicht der Mütter auf ihre Söhne. „Es ist eine unbedingte Liebe, die da besteht“, sagte Breece. Wenn in Familien von Rechtsextremen Hilfe von außen geholt werde, seien es meistens die Mütter. Sie wolle das Thema Radikalisierung über „dieses kleine persönliche Fenster“ betrachten.

„Man schaut durch das Schlüsselloch der Mutter, um darüber das Phänomen zu begreifen. Vielleicht kann man sich das große Ganze besser erschließen, wenn man einen Einblick in diesen Mikrokosmos erhält“, sagte Breece. Sie versucht einen radikalen Theaterabend, der einen erschrecken und gleichzeitig mitfühlen lässt.

"Mütter und Söhne" am Berliner Ensemble

Zur Eröffnung des Neuen Hauses

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