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Berlinale 2016: Viel Party, aber auch Politik

Berlinale 2016: Viel Party, aber auch Politik

In Berlin gibt es von heute an wieder ganz großes Kino: Auf der 66. Berlinale sind bis Sonntag kommender Woche (21. Februar) insgesamt 434 Filmproduktionen zu sehen. Davon laufen 23 Filme im Wettbewerb, 18 davon konkurrieren um den Goldenen und die Silbernen Bären, die am 20. Februar verliehen werden.

Die Berlinale gilt als eines der wichtigsten Events der internationalen Filmindustrie. Gerechnet wird den Angaben zufolge mit 330 000 verkauften Eintrittskarten, über 20 000 Fachbesuchern aus 128 Ländern, darunter gut 3700 Journalisten sowie jeder Menge Kunst, Glamour, Party und Geschäft.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) verwies darauf, dass die Internationalen Filmfestspiele seit ihrer Gründung 1951 "immer ein besonders politisch orientiertes Festival" waren. Er begrüßte es, dass die Flüchtlingsthematik in diesem Jahr ein Festivalschwerpunkt ist. Einmal mehr gehe es darum, hinzuschauen, sich berühren zu lassen vom Schicksal Anderer und zu "fragen, was wir tun können, um die Welt ein bisschen besser zu machen", sagte Müller.

Eröffnet wurde die 66. Berlinale gestern Abend mit "Hail, Caesar!" der Oscar-Preisträger Joel und Ethan Coen ("No country for old men"). Die Komödie mit George Clooney, Scarlett Johansson und Josh Brolin schaut hinter die Kulissen eines großen Hollywood-Studios. "Hail, Caesar!" läuft jedoch außer Konkurrenz, ebenso wie Spike Lees "Chi-Raq" über Waffengewalt in den USA mit Wesley Snipes und Jennifer Hudson. Nicht ins Bären-Rennen gehen ferner "Saint Amour" mit Gérard Depardieu sowie "Genius" mit Colin Firth und Nicole Kidman.. Viele der insgesamt 434 Produktionen beschäftigen sich mit dem Thema Flucht. Ganz direkt auf das Thema Flüchtlinge bezieht sich etwa der italienische Dokumentarfilm "Fire at Sea" von Gianfranco Rosi, der zwei Jahre lang auf Lampedusa drehte. Aus Deutschland ist nur ein Film im Bären-Rennen: "24 Wochen" von Anne Zohra Berrached mit Julia Jentsch und Bjarne Mädel. Er thematisiert das Thema Abtreibung eines behinderten Kindes.