Autor Eugen Ruge kritisiert SZ-Kritik

Saarbrücken · Dass ein Schriftsteller die Rezension eines seiner Bücher mit einem Brief an den Rezensenten beantwortet, kommt nicht allzu häufig vor. Da muss wohl erst Schwerwiegendes geschehen. Eugen Ruge fühlt sich durch die unter dem Titel "Digitales Barfußlaufen rettet uns nicht" erschienene Kritik (SZ vom 30.8.) seines jüngsten Romans "Follower" als Autor beschädigt.

SZ-Mitarbeiter Martin Halter, der Ruges Roman als "wenig inspirierte Kreuzung aus Satire und Science-Fiction" kritisiert hatte, wird von Ruge in einem Brief an unsere Zeitung scharf angegangen. Der Rezensent sei einer jener "selbsternannten Wächter der politischen Korrektheit, die jeden, der nicht ganz auf ihrem Kurs liegt, mit der Moralkeule bedrohen", schreibt Ruge. Er stößt sich insbesondere daran, dass Halter mit Blick auf Ruges Hauptfigur Nio schrieb, dieser sei ein bekennender "Homo- und Technophober". Was für Ruge die Frage aufwirft, ob man ihm selbst "insgeheim" unterstelle, "dass ich homophob bin".

Anstoß nimmt er ferner daran, dass es in der SZ-Kritik hieß, die Äußerungen von Ruges Helden klängen manchmal "wie ein Akif-Pirinçci-Blog". Woraus Ruge den Vorwurf ableitet, Halter habe ihn, den Autor, "als dumpfen Rechten" abgetan. Diese Unterstellung lässt uns zurückfragen: Sollte nicht gerade Autoren bekannt sein, dass man ihre Figuren nicht mit ihnen verwechseln sollte?

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