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Auszeichnung ist mit 50 000 Euro dotiert.

Literatur : Siegfried-Lenz-Preis an Ulitzkaja

Russische Autorin und Putin-Kritikerin wird für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet.

Der mit 50 000 Euro dotierte Siegfried-Lenz-Preis geht in diesem Jahr an die russische Schriftstellerin Ljudmila Ulitzkaja. Das teilte die Siegfried-Lenz-Stiftung in Hamburg mit. Mit dem Preis sollen internationale Schriftstellerinnen und Schriftsteller ausgezeichnet werden, die mit ihrem erzählerischen Werk Anerkennung erlangt haben und deren schöpferisches Wirken dem Geist von Siegfried Lenz nah ist. Zu den bisherigen Trägern des Preises gehören der Israeli Amos Oz, der Engländer Julian Barnes und der Amerikaner Richard Ford.

Mit Ulitzkaja ehre die Stiftung eine bedeutende Schriftstellerin Russlands. Ihre Romane und Erzählungen spiegelten die Tragödie des 20. Jahrhunderts, die Epoche der Gewaltherrschaft und des Genozids, heißt es in der Begründung der Jury. Die vielfältigen und vielschichtigen Figuren ihrer erzählerischen Welt kämpften ums Durchkommen, ums Überleben. Ulitzkaja entwickele aus diesen Schicksalen „ein grandioses Gewebe, das Gegenwart und Vergangenheit miteinander verbindet, das Religiöse mit dem Politischen, das Gesellschaftliche mit dem Persönlichen“.

Ulitzkaja, 1943 geboren, wuchs in Moskau auf und ist jüdischer Herkunft. Auf Deutsch erschienen etwa „Medea und ihre Kinder“, „Ergebenst, euer Schurik“, „Maschas Glück“ und „Jakobsleiter“. Nach Angaben der Stiftung hat Ulitzkaja sich als Kritikerin der Putin-Regierung mehrfach unbeliebt gemacht.