Aus Erfahrung gut

Mit „Downtown“ ersang sie sich 1965 einen festen Platz im Pop-Olymp. Petula Clark ist zurzeit, mit 83 Jahren, sehr produktiv. Gerade ist sie in England auf Tournee und legt auch ein neues Album vor: „From now on“.

Den Anfang muss man hinter sich bringen. Da singt Petula Clark im Auftakt "Sacrifice my heart" beliebigsten Dance-Pop mit banalen Texten, der Klangteppich ist maschinell gewoben aus Billig-Synthetik. Gut, dass es so nicht weitergeht auf dem neuen Album der 83-Jährigen, die mindestens dank des Evergreens "Downtown" einen Logenplatz im Pop-Olymp ihr eigen weiß - eine luftige, lässige, sehr spartanische Version von Lennon/McCartneys "Blackbird" beruhigt wieder; es ist eine von drei Coverversionen des Albums, auf dem Clark auch Peggy Lees unkaputtbares "Fever" zwar recht überraschungsarm singt; aus Stevie Winwoods poppigem "While you see a chance" lässt sie allerdings gekonnt eine anrührende Edelballade werden.

Balladenhaft ist das Album meist, manchmal gibt das Arrangement etwas Country- und Gospel-Aroma hinzu ("Endgame"), manchmal fühlt man sich an klassische Musicals erinnert ("A miracle to me"). Gut gemacht ist das, gefällig, aber man spürt immer wieder, dass die Kompositionen (meist co-geschrieben von Petula Clark selbst) nicht die allerstärksten sind.

Die Harmonien sind meist ohrenschmeichelnd, dabei aber auch stets erwartbar; herausragend sind allerdings die zarte, französisch gesungene Ballade "Pour etre aimée de toi" (mit einem Text von Charles Aznavour) und "Sincerely", ein dramatisches Stück Pop mit Streichern und einer verschlungenen, orientalisch anmutenden Melodie - der Höhepunkt des Albums, das insgesamt nicht das große Alterswerk ist und es vielleicht auch gar nicht sein will. Sondern eine weitere kompetente Arbeit in einer langen Karriere.

Petula Clark: From Now On (BMG/Rough Trade).