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Aus dem Dornröschenschlaf ins TV

Aus dem Dornröschenschlaf ins TV

Der Film „Das versunkene Versailles des Südwestens“ begibt sich am Sonntag, 20.15 Uhr, im SR Fernsehen auf die Spur von Schloss Karlsberg. Um 21 Uhr geht es in „Das weiße Gold des Südwestens“ um die Ottweiler Porzellanmanufaktur.

Viel ist vom Schloss Karlsberg nicht mehr übrig geblieben. Im Wald bei Homburg-Sanddorf können Touristen nur ein paar Mauern und Bögen erspähen. Dabei soll das herrschaftliche Anwesen von Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken Ende des 18. Jahrhunderts einst der größte und modernste Landsitz seiner Zeit gewesen und sogar mit Versailles verglichen worden sein. Auch der berühmte Freiherr von Knigge schwärmte von "diesem Feenschloss mit seinen Schätzen".

Die Doku "Schloss Karlsberg - Das versunkene Versailles des Südwestens", die an diesem Sonntag, 20.15 Uhr, im überregionalen Fernsehprogramm von SWR und SR ausgestrahlt wird, möchte sich auf die Spur der verschwundenen Pracht begeben. So geht Autor und Regisseur Sven Rech Mythen und Legenden nach. So soll die Gemäldegalerie so lang gewesen sein, dass der Herzog und sein Hofmaler Johann Christian Mannlich darin auf Rollstühlen um die Wette fahren konnten.

Mithilfe der Bilder, die heute in der Pinakothek in München zu sehen sind, und den Memoiren des Hofmalers lässt die Doku auf ebenso spannende wie humorvolle Weise das Schloss wieder lebendig werden. Zudem ist die Kunsthistorikerin Jutta Schwan in längst vergessenen Akten auf Handwerker-Rechnungen des Schlossbaus gestoßen, mit denen die Baugeschichte rekonstruiert wird.

Um 21 Uhr möchte dann der Film "Das weiße Gold des Südwestens - Porzellan aus Ottweiler" die Geschichte der Manufaktur des Fürsten von Nassau-Saarbrücken, die ebenfalls lange im Dornröschenschlaf lag, im SR Fernsehen erzählen. Obwohl die Werkstätten nur rund 30 Jahre lang produzierten, führen von ihnen Spuren in die ganze Welt. Die sehr seltenen Erzeugnisse bringen auf Auktionen Tausende von Euros ein.

Ihre Suche nach dem "weißen Gold " führt Maria C. Schmitt, Autorin und Regisseurin des Films, von Ottweiler nach Hamburg, Augsburg, Heidelberg, Köln und Weinheim. Neben der Entwicklung der Manufaktur möchte sie auch das Lebensgefühl der Barockzeit sowie ein lebendiges Stück Heimat-Geschichte schildern. Schauspieler schlüpfen in die Rolle der Fürstenfamilie. Zudem begleitet die Doku die Ottweiler Expertin Brigitte Meister auf ihrer Suche nach kostbarem Porzellan aus der Region.

Sonntag, ab 20.15 Uhr,

SR Fernsehen