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„Amadeus“ machte ihn weltberühmt

„Amadeus“ machte ihn weltberühmt

Der Dirigent Neville Marriner war ein Meister des Musikgeschäfts. 1958 gründete er die Academy of St. Martin in the Fields. Und dank des Soundtracks zum Film „Amadeus“ kannte man ihn und sein Orchester in der ganzen Welt.

Noch wenige Tage vor seinem Tod stand Marriner am Pult bei einem Konzert im italienischen Padua. "Ich würde sterben", sagte er mal der "FAZ", "wenn ich aufhören würde zu dirigieren". Mit 90 Jahren leitete er sogar als ältester Dirigent die Sommerkonzertreihe "Proms" in der Londoner Royal Albert Hall.

Auch nach Deutschland hatte Marriner starke Verbindungen: Von 1983 bis 1989 war er Chefdirigent des Radio-Sinfonie-Orchesters Stuttgart. Seine Einspielungen umfassten die Werke der barocken und romantischen Musik bis zu zeitgenössischen Komponisten. Für seine musikalischen Verdienste erhob ihn Königin Elizabeth II. 1985 in den Adelsstand.

Neville Marriner, dessen Markenzeichen ein weißer Rollkragenpulli war, wurde 1924 im ostenglischen Lincoln geboren. Die Liebe zur Musik wurde ihm in die Wiege gelegt: Sein Vater war nicht nur Architekt, sondern auch Chorleiter. Nach seiner Schulzeit begann Marriner am Royal College of Music in London mit einem Violinstudium. Das Rüstzeug zum Dirigenten holte er sich in Privatstunden bei Pierre Monteux und in Sommerkursen. In den 50er Jahren überredete Marriner mehrere Kollegen, zusammen mit ihm in einer Kirche aus dem 18. Jahrhundert in London Konzerte zu geben. So entstand die Academy of St. Martin in the Fields, die Marriner zu einem herausragenden Ensemble formte. Zu seinen erfolgreichsten und bekanntesten Aufnahmen gehört die Filmmusik zu Milos Formans Oscar-prämiertem Mozart-Film "Amadeus" (1984).