1. Nachrichten
  2. Kultur

Abenteurer und Heuschrecken

Abenteurer und Heuschrecken

Am morgigen Samstag wartet das SR Fernsehen mit zwei spannenden Beiträgen auf. Es geht um zwei junge Männer im arktischen Wellenrausch und um eine Schraubenfabrik im saarländischen Beckingen.

Saarbrücken. Surfen im arktischen Winter? An einer einsamen Bucht in Nordnorwegen? Darauf können nur zwei Verrückte kommen. Oder besser gesagt: zwei junge Männer , die ganz verrückt auf Wellenreiten sind - und dafür härteste Strapazen auf sich nehmen.

Inge Wegge (Autor und Regisseur) und Jorn Nyseth Ranum (Kameramann), zwei Freunde, Anfang und Mitte Zwanzig, verbringen neun Monate in einer entlegenen Bucht auf einer Lofoteninsel. Aus Strandgut (Steine, Holz, Seile, Eisenteile) bauen sie sich eine Hütte mit einem Ofen. Sie ernähren sich von Konserven und anderen lang haltbaren Lebensmitteln, die sie am Anfang ihrer Reise und zwischendurch gekauft haben. Die Wellen des Atlantischen Ozeans haben es ihnen angetan, die wollen sie mit dem Surfboard bezwingen - mitten im eisigen Winter. Das bedeutet: Ein Dreivierteljahr ohne Heizung, ohne Dusche, ohne Strom und ohne Handy und Computer. Dazu die ständige Dunkelheit am Polarkreis.

Das Ganze haben sie gefilmt, unter extremen Bedingungen spektakuläre Bilder eingefangen. Der Saarländische Rundfunk hat aus dem Material der beiden Norweger einen halbstündigen Film in deutscher Bearbeitung für seine Reihe "Meine Traumreise" gemacht (Buch und Regie: Peter M. Kruchten), der an diesem Samstag um 17 Uhr gezeigt wird. Ein origineller, intensiver Beitrag über zwei außergewöhnliche Abenteurer .

Spannender Wirtschaftskrimi

In eine ganz andere Welt führt der ebenfalls halbstündige Film "Der Fall Whitesell - Wie Heuschrecken Arbeitsplätze vernichten" von Mirko Tomic (Samstag, 18.45 Uhr). Es geht um eine in Insolvenz befindliche Schraubenfabrik mit vier deutschen Standorten, eine davon im saarländischen Beckingen. Ein US-Mittelständler namens Whitesell übernimmt die Firma und fährt sie dann mit voller Absicht gegen die Wand, so Autor Tomic. Denn ein knappes Jahr nach der Übernahme meldet Whitesell selbst Insolvenz an. Das Ungeheuerliche: "Es stellte sich heraus", so Tomic, "dass die Amerikaner alle Werte (Gebäude, Maschinen, Patente) in eine Luxemburger Holding verschoben hatten, die nicht in Insolvenz ging." Und dieses "Geschäftsmodell", so deckt der Wirtschaftskrimi auf, sei auch noch gesetzlich geschützt.