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A. R. Penck, der Vater der „Neuen Wilden“, ist tot

A. R. Penck, der Vater der „Neuen Wilden“, ist tot

Der deutsche Maler A. R. Penck ist tot. Der 77-Jährige sei bereits am Dienstag nach einer längeren Krankheit in Zürich gestorben, teilte die Galerie Michael Werner der Deutschen Presse-Agentur gestern Abend in Paris mit. Der Kölner Galerist hatte Penck entdeckt und Ende der 1960er-Jahre erstmals ausgestellt.

A. R. Penck gilt als einer der bedeutendsten Gegenwartskünstler und als Vater der "Neuen Wilden". Der Maler, Grafiker, Bildhauer (und zeitweise auch Jazz-Schlagzeuger) wurde am 5. Oktober 1939 in Dresden geboren und wurde mit 20 Mitglied der kompromisslosen Künstlergruppe Erste Phalanx Nedserd - ein Kunststudium und die Aufnahme in den Verband Bildender Künstler der DDR blieb ihm verwehrt. Er setzte sich in den 1970er Jahren, auch in Arbeiten mit dem westdeutschen Kollegen Jörg Immendorff, für Dissidenten ein und erhielt Preise des Westens. 1980 wurde er aus der DDR ausgebürgert und siedelte in den Westen über. Von 1988 bis 2003 war er Professor für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf.

Penck ist mit seiner expressiven Bildsprache aus Strichmännchen mit erigierten Penissen, Kreuzzeichen, Totenköpfen und beißenden Hunden weithin bekannt geworden. Eine Zeichenkunst, mit der er die damalige Trennung Deutschlands und die Suche des Individuums nach einer freien Gesellschaft thematisierte.