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„3Freunde2Feinde“ ist ein starker Beitrag beim Filmfestival Max Ophüls Preis.

Filmfestival Max Ophüls Preis : Wiener Wundertüte: „3Freunde2Feinde“

Was für Wiener Widerlinge: Der Sohn und der Schwiegersohn des Firmenbesitzers sind Schleimer (nach oben) und Menschenschinder (nach unten). Dieses „Unten“ ist ihre Belegschaft, die das fachlich inkompetente Duo gerne drangsaliert.

Doch für das Freundestrio Johanna, Emil und Franz, das durch Dick, Dünn und manchmal auch zusammen ins Lotterbett geht, ist die Grenze des noch Ertragbaren erreicht – sie zetteln eine Art Revolte an. Ein bei einer Betriebsversammlung anonym in Richtung Chef gerufenes „Oaschloch“ bringt die Firmenstrukturen ins Wanken.

„3Freunde2Feinde“ von Sebastian Bauneis, dessen Thriller „Zauberer“ 2018 bei Ophüls lief, ist erstaunlich. Laut Regisseur für 2573 Euro (!) gedreht, versprüht er einen Geist filmischer Freiheit. Im Plot von A nach B zu kommen, ist nicht immer das vorrangige Ziel – wenn es dem Film nach einer Playback-Gesangseinlage beliebt, wird die halt eingebaut. Und der simple Akt des Espresso-Bestellens wird zu einem wahnwitzigen Kabinett­stückchen: Sprachverwirrung, Arroganz der Besteller und der blanke Hass des Barbesitzers auf seine ölige Kundschaft. Zugleich gelingen dem Film ausgesprochen zärtliche Szenen mit dem Freundestrio; wenn es eine Wiener Nacht durchfeiert und nicht mehr ganz frisch an einer „Würstel“-Bude über den Kapitalismus debattiert, ist das wie aus dem Leben gegriffen. Wunderbar gespielt ist das, vom Heldentrio bis zum wunderbar öligen Chef-Bubi-Duo. Dass der Film mit seinen 105 Minuten im letzten Drittel hier und da ein bisschen zu lang wirkt, fällt da kaum ins Gewicht – mit diesen Figuren ist man einfach gerne unterwegs.