1200 Fans sangen und grölten in der Saarbrücker Garage mit Guildo Horn

Guildo Horn in der Garage : Im Schweiße seines orthopädischen Angesichts

Alle Jahre wieder: Guildo Horn mit Band in Saarbrücken.

„Guildo hat euch lieb“ – das galt gleich dreifach am Donnerstag in der Saarbrücker Garage. Erstens ist das der von Stefan Raab geschriebene Titel, mit dem Guildo Horn 1998 den damals angestaubten Grand Prix Eurovision de la Chanson neu belebte. Zweitens brachte der 55-jährige Trierer den Song als Zugabe, drittens verteilte Horn seine Zuneigung an die immer noch wachsende Fangemeinde. Die Entertainer-Liebe äußerte sich etwa darin, dass er einen auf die Bühne geworfenen Fanschal mit Schweiß tränkte. Um ihn dann mit den Worten „Langsam auf die erkrankte Hautstelle auftragen!“ zurückzuwerfen.

Etwa 1200 Zuhörer waren gekommen und füllten die Garage bis in die Ecken. 2017 waren es 800, davor erst 400. Sollten nächstes Jahr wieder 400 Zuschauer mehr kommen wollen, wird die Garage zu klein. Es scheint zu stimmen, was ein Fan meinte: „Früher bin ich extra deswegen nach Trier gefahren, da haben mich die Arbeitskollegen ausgelacht. Jetzt sind die alle selber da.“ Es ist also gute Tradition geworden, dass Horn und seine Band „Die Orthopädischen Strümpfe“ kurz vor Weihnachten in Saarbrücken gastieren.

Das Genre Weihnachtslied definierte der Sänger allerdings auf eigene Weise: In der Garage kamen bekannte Rock- und Popklassiker zu Gehör, versetzt mit weihnachtlichen deutschen Texten. Aus „Under the moon of love“ wurde da „Unter dem Weihnachtsstern“, aus „Music was my first love“ „Ich wünsch Euch frohe Weihnacht“. Zum im letzten Jahr versprochenen Rock-Klassiker „Stairway to Heaven“ scheint Horn aber noch keinen passenden Text gefunden zu haben, da ließ er die Bringschuld auf sich sitzen. Im nicht enden wollenden Zugabenblock kamen doch noch die Schlager: „Wunder gibt es immer wieder“ und „Tränen lügen nicht“ wurden aus voller Seele mitgesungen. Das passte zwar nicht ganz zu Weihnachten – aber sind Schlager nicht eben so besinnlich wie die Weihnachtszeit?

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