Wählen gehen mit 16?

Die ersten Jugendlichen sind schon wieder auf die Straße gegangen. Auch in Corona-Zeiten setzen sie sich dafür ein, dass die Politik mehr für den Klimaschutz tut. Der Protest auf der Straße ist aber nicht die einzige Möglichkeit, sich für etwas einzusetzen.

Bei Wahlen können Menschen für Parteien stimmen, die ähnliche Ansichten und Ziele haben wie sie. Das Problem ist: Wird in ganz Deutschland gewählt, dürfen momentan nur Erwachsene abstimmen. In manchen Bundesländern können bei Wahlen hingegen schon junge Leute ab 16 Jahren wählen.

Manche fordern: Das sollte auch bei Bundestagswahlen so sein! Eine Politikerin der Partei SPD sagte zum Beispiel: „Wir müssen jungen Menschen die Möglichkeit geben, mitzubestimmen und mitzugestalten.“

Andere Politikerinnen und Politiker sind anderer Meinung: „Es hat sich bewährt, dass Wahlrecht und Volljährigkeit gekoppelt sind“, sagte ein Politiker aus der Partei CSU. Man sollte also erst wählen dürfen, wenn man erwachsen ist. Manche bezweifeln, dass sich Jugendliche schon genug für Politik interessieren. Oder sie befürchten, dass sich junge Leute leichter beeinflussen lassen.

Warum manche Parteien gegen eine Veränderung sind, könnte aber noch einen anderen Grund haben. „Kleinere und neue Parteien schneiden bei Jugendlichen besser ab“, erklärt der Politik-Fachmann Arndt Leininger. Er glaubt allerdings nicht, dass sich die Ergebnisse von Wahlen stark verändern würden, wenn Jüngere mitmachen.

Zusammen mit anderen Fachleuten stellte er am Donnerstag auch einen Bericht zu dem Thema vor: Darin kommen die Experten zu dem Ergebnis: „Wir finden wenig, was gegen eine Absenkung des Wahlalters spricht.“ Um das Wahlalter tatsächlich zu ändern, müssten allerdings viele Politikerinnen und Politiker zustimmen.