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Bald 100 000 Corona-Infektionen in Deutschland

Covid-19 : Bald 100 000 Corona-Infektionen in Deutschland

Die Zahl der registrierten Corona-Infektionen in Deutschland steigt stetig. Bald wird ein markanter Wert überschritten - auch wenn sich die Bürger weitgehend an die erlassenen Ausgangsbeschränkungen halten.

Die Zahl der in Deutschland registrierten Corona-Infektionen nähert sich der Marke von 100 000 Fällen. Bis zum Sonntagvormittag wurden bereits mehr als 91 000 Infektionen festgestellt. Die gute Nachricht: Die Ausgangsbeschränkungen, die die schnelle Ausbreitung des Virus bremsen sollen, wurden trotz frühlingshaften Wetters weitgehend eingehalten.

ZAHL REGISTRIERTER INFEKTIONEN NÄHERT SICH MARKE VON 100 000

In Deutschland sind bis Sonntagvormittag mindestens 91 384 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.30 Uhr: 85 559 Infektionen). Mindestens 1318 mit Sars-CoV-2 Infizierte starben den Angaben zufolge bislang bundesweit (Vortag Stand 10.30 Uhr: 1154). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 23 000 nachgewiesenen Fällen und mindestens 370 Toten sowie Nordrhein-Westfalen mit mehr als 19 400 Fällen und mindestens 250 Toten. Gerechnet auf 100 000 Einwohner, verzeichnet Bayern mit einem Wert von 176,3 die meisten Infektionen. Der Bundesschnitt liegt bei 109,9. Experten rechnen mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

LEERE STRÄNDE AN DER OSTSEE - BESCHRÄNKUNGEN WERDEN EINGEHALTEN

Trotz strahlenden Frühlingswetters wurden in Mecklenburg-Vorpommern die erlassenen Kontaktbeschränkungen auch am Sonntag weitgehend eingehalten. Das teilte die Polizei mit. Die Bilder von Webcams von den Hotspots des Tourismus bestätigten dies ebenfalls: Die Ostsee-Strände waren weitgehend leer. Bereits am Samstag hatte es kaum Hinweise auf Verstöße gegeben. Nur hin und wieder habe man Grillpartys auflösen oder Menschen aus anderen Bundesländern nach Hause schicken müssen, berichtete die Polizei. In Düsseldorf lösten Ordnungsdienst und Polizei am Sonntag am Rhein eine Menschenmenge von rund 200 Personen auf, um den verordneten Mindestabstand zwischen Menschen einzuhalten. Von der Bundespolizei hieß es, an den Münchner Bahnhöfen seien deutlich mehr Verstöße registriert worden als noch vor einer Woche.

SÖDER WILL KONJUNKTURPROGRAMM NACH CORONA-KRISE

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will nach der Corona-Krise mit Steuersenkungen und Innovationsanreizen in der Automobilindustrie die Konjunktur ankurbeln. Der CSU-Vorsitzende sagte der „Bild am Sonntag“, der Solidaritätszuschlag solle ganz und früher abgeschafft werden. Der Staat sollte den Kauf umweltfreundlicher Fahrzeuge massiv unterstützen. „Damit sichern wir Arbeitsplätze, schützen das Klima und verbessern die Wettbewerbsfähigkeit unserer Automobilindustrie. Das kann uns nach Corona sogar nach vorn katapultieren.“ Söder kündigte zudem an, dass alle Pflegekräfte in Bayern für ihren oftmals aufreibenden Einsatz in der Corona-Krise vom Land eine steuerfreie Bonuszahlung von 500 Euro bekommen werden.

HOHE NACHFRAGE NACH CORONA-KREDITEN

Die Nachfrage von Unternehmen nach Corona-Krediten der staatlichen Förderbank KfW ist ungebrochen hoch. Bis Donnerstag wurden rund 3200 Anträge mit einem Volumen von rund 11 Milliarden Euro bei der KfW gestellt, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Sonntag auf Anfrage mitteilte. Bisher seien etwa 2700 Anträge mit einer Gesamthöhe von etwa 960 Millionen Euro zugesagt worden. Rund 750 Millionen Euro seien an den Mittelstand gegangen, betonte das Ministerium. „Das heißt, das Programm kommt im Mittelstand auch an.“ Seit dem 23. März können Firmen Mittel aus dem KfW-Sonderprogramm bei ihrer Hausbank beantragen. Die staatliche Förderbank - und damit die öffentliche Hand - übernimmt den Großteil des Risikos für den Fall, dass Unternehmer das Geld nicht zurückzahlen können.

FORDERUNG NACH MARSHALL-PLAN FÜR EUROPA

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat massive Investitionen in den EU-Haushalt verlangt, um die Folgen der Corona-Pandemie bewältigen zu können. „Wir brauchen einen Marshall-Plan für Europa“, schrieb sie in einem Gastbeitrag für die „Welt am Sonntag“. Der EU-Haushalt sei in allen Mitgliedsstaaten als Instrument des solidarischen Ausgleichs akzeptiert und müsse der Krise entsprechend angepasst werden. Der Marshall-Plan war ein milliardenschweres Hilfsprogramm der USA, mit dem das vom Zweiten Weltkrieg gezeichnete Westeuropa wieder auf die Beine kam. Von der Leyen zeigte sich zuversichtlich, dass sich Europa bald wieder erholen werde: „Die vielen Milliarden, die heute investiert werden müssen, um eine größere Katastrophe abzuwenden, werden Generationen binden.“

QUEEN BESCHWÖRT DURCHHALTEWILLEN DER BRITEN

Königin Elizabeth II. ruft die Briten zum Durchhalten und zu eiserner Disziplin in der Coronavirus-Pandemie auf. Das geht aus vorab verbreitetenden Auszügen einer Rede der 93 Jahre alten Monarchin hervor, die am Sonntagabend (21.00 Uhr MESZ) ausgestrahlt werden soll. Abgesehen von den traditionellen Weihnachtsansprachen ist es erst die vierte solche Rede des seit 1952 amtierenden britischen Staatsoberhaupts. „Ich richte mich an Sie in einer Zeit, die, wie ich weiß, zunehmend herausfordernd ist“, sagt die Queen demnach. „Eine Zeit der Unterbrechung des Lebens in unserem Land; eine Störung, die manche in Trauer gestürzt hat, für viele finanzielle Schwierigkeiten und für uns alle enorme Veränderungen in unserem täglichen Leben bedeutet“, so die Königin.

ZWEI MILLIONEN SCHUTZMASKEN FÜR BERLIN

In Berlin sind zwei Millionen Atemschutzmasken und 300 000 Schutzkittel aus China angekommen. Sie trafen am Samstag am Flughafen Leipzig/Halle ein und wurden von der Bundeswehr in die Hauptstadt gebracht, wie eine Senatssprecherin berichtete. Die Masken und Kittel sollen ab Montag unter anderem an Kliniken, Pflegeheime und an die Polizei verteilt werden. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) schrieb auf Twitter, das seien „gute Nachrichten“. In den vergangenen Tagen hatten sich Meldungen über fehlendes Material in Berliner Krankenhäusern und Arztpraxen gehäuft.

OTTO VERMISST UMARMUNGEN

Komiker Otto Waalkes, 71, vermisst in der Corona-Krise Berührungen besonders. „Ich würde so gern mal wieder umarmt werden!“, sagte er dem Magazin „Der Spiegel“. Um sich die Zeit ein wenig zu vertreiben, singe er manchmal mit seinem Nachbarn, dem Liedermacher Rolf Zuckowski, ein paar Lieder auf dem Balkon. „Dann gehen wir beide raus, jeder auf seinen Balkon, Rolf stimmt „De Hamborger Veermaster“ an, wir singen gemeinsam und schauen auf die Elbe. Bis einer kommt - einer, der „Ruhe“ brüllt“, meinte der Komiker, der im Hamburger Stadtteil Blankenese wohnt.

(dpa)