Mit Lakal verliert die Stadt Saarbrücken ein Traditionsunternehmen

Mit Lakal verliert die Stadt Saarbrücken ein Traditionsunternehmen

Mit Rollläden, Rolltoren und Außenjalousien verdient das Saarbrücker Unternehmen Lakal sein Geld. Im nächsten Jahr geht der größte Umzug in der Firmengeschichte über die Bühne.

Mit dem Rollladenbauer Lakal wird die Stadt Saarbrücken bis spätestens 2017 ein Traditionsunternehmen verlieren, das mehr als 90 Jahre in der Landeshauptstadt tätig war. Der Betrieb zieht in das Industriegebiet "Lisdorfer Berg" bei Saarlouis, wo derzeit für rund 20 Millionen Euro eine neue Produktionsstätte hochgezogen wird - bei einem Umsatz von 64 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2017 soll die Fertigung in Saarlouis anlaufen. "Wir haben in Saarbrücken keinen Standort gefunden, der unseren Vorstellungen entsprochen hätte, obwohl die städtische Wirtschaftsförderung alles versucht hat", sagen die Lakal-Geschäftsführer Heiko Sonnekalb und Alfons Ney.

Die Fertigung am alten Standort nahe der französischen Grenze "war ausgereizt". Die Produktion ist dort auf acht Hallen verteilt, "was viele Hin- und Her-Transporte und zum Teil Doppelarbeit nötig machen", erläutern die Geschäftsführer. "Vor allem zu den Spitzenzeiten während der Herbstmonate konnten wir die Aufträge kaum noch fristgerecht abarbeiten". Die Hallen gehören der Unternehmerfamilie Achenbach, die bis 1999 auch die Eigentümer von Lakal waren. Seitdem gehört das Unternehmen zur Dr. Arnold Schäfer Gruppe, die außerdem noch Eigentümerin der Dillinger Bartz-Werke ist, einer traditionsreichen Eisengießerei.

Das Programm von Lakal umfasst vier Produktgruppen: klassische Rollläden , Rolltore, Raff stores (Außenjalousien für Firmengebäude und Häuser) und Insektenschutz. "Wir haben kein Endkunden-Geschäft und beliefern auch keine Baumärkte", betonen Sonnekalb und Ney. Abnehmer sind unter anderem Rollladen- und Fensterbauer, "wobei wir die Lieferungen im Kundenauftrag selbst konfektionieren". Dieser Bereich umfasse 90 Prozent des Geschäftsvolumens. Die restlichen zehn Prozent sei Systemware, mit der die Rollladenbauer selbst maßgeschneiderte Produkte herstellen. Der mit Abstand größte Markt für Lakal ist traditionell Frankreich, wohin mehr als 70 Prozent der Produktion geliefert wird - vor allem in die grenznahen Regionen. Rund die Hälfte der 320 Mitarbeiter sind ebenfalls Franzosen.

Sonnekalb und Ney glauben, dass sie mit ihren Produkten "noch Wachstumspotenzial haben". Wer seine Rollläden richtig einsetze, könne viel Energie einsparen. "Sie sind ein idealer Kälte- und Wärmeschutz." Die übrigen Kunden von Lakal sitzen in Deutschland, Österreich und den Benelux-Staaten. Doch "einen Fan unserer Rollladen gibt es sogar in Japan."