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Mit dem „Wotan“ will die Firma BBL den Kran-Markt aufmischen

Ein Prototyp des Kranmodels Wotan steht vor der Friedrichsthaler Firma BBL Cranes. Foto: Oliver Dietze
Ein Prototyp des Kranmodels Wotan steht vor der Friedrichsthaler Firma BBL Cranes. Foto: Oliver Dietze FOTO: Oliver Dietze
Friedrichsthal. Ein Kran, der schnell zu montieren ist, leicht transportiert werden kann und weniger Energie verbraucht – mit der Eigenentwicklung „Wotan“ will die Firma BBL Cranes neue Märkte für sich erobern. Joachim Wollschläger

Ein Kran ist nicht einfach nur eine Baumaschine. "Das ist ein hochkomplexes Gerät", sagt Ralf Britz , Geschäftsführer des Kranherstellers BBL Cranes in Friedrichsthal . "Ein Kran muss leicht zu montieren sein, darf beim Transport nicht zu viel Platz beanspruchen, muss elastisch sein und gleichzeitig ex treme Kräfte aushalten." Kranbau sei deshalb ein sehr spezielles Thema. "Nicht umsonst gibt es nur wenige Firmen weltweit, die große Turmkrane bauen", sagt Britz . Weltfirmen wie Liebherr und Potain sind das - und jetzt auch die Friedrichsthaler BBL Cranes.

Denn die will mit einem neuartigen Kran den Markt aufmischen: "Mit unserem Wotan haben wir einen Kran, der nicht nur leichter zu montieren und transportieren ist, er verbraucht auch deutlich weniger Energie als andere Krane", sagt Britz . Außerdem erlaube er Dank seiner großen Reichweite Einsätze in Innenstädten, die bisher nicht möglich waren. Noch ist Wotan zwar in der Testphase, doch noch in diesem Jahr will Britz seinen Kran weltweit vermarkten.

Der Friedrichsthaler Unternehmer ist kein Neuling in diesem Markt. Seit 25 Jahren bietet er über seine Firma BBL Baumaschinen einen Mietservice für Lkw und unterschiedlichste Baumaschinen an. Auch verschiedene Kranmodelle hat Britz dabei im Angebot. 200 Mietkrane hat der Unternehmensbereich Kranservice im Portfolio - und gehört damit zu den Marktführern in Deutschland. Im Saarland waren BBL-Krane unter anderem bei der Saarschmiede, der Europagalerie sowie beim Bau des Wirtschaftsministeriums im Einsatz. Dabei umfasst der Service nicht nur die Vermietung der Krane, die BBL-Montagetrupps sind auch für Transport sowie den Auf- und Abbau zuständig. "Und in diesem Geschäft sehen wir immer wieder, wo es bei den Kranen noch Defizite gibt." Ein Wissen, das Britz dann irgendwann auch unternehmerisch nutzen wollte.

Bereits um die Jahrtausendwende hat er beschlossen, einen eigenen Kran zu entwickeln, der diese Mängel behebt. Von einer Luxemburger Firma hat Britz sich vier Krane nach seinen Vorstellungen bauen lassen, die er dann nachgebessert hat. "Damals haben wir viel gelernt", sagt Britz . Und Kontakte zu Herstellern von Motoren und Steuertechnik geknüpft. Eine wichtige Lektion: Viele Krane sind zu stark motorisiert: "Diese Leistung wird kaum abgerufen", sagt Britz . Er hat den Wotan mit einem kleineren Motor ausgestattet, der trotzdem für kurze Zeiten auch Höchstlasten aushält. "Dadurch verbraucht Wotan viel weniger Energie."

Um die Kranentwicklung in eine eigene Firma auszulagern, hat Britz vor drei Jahren die BBL Cranes gegründet. Auf dem Gelände in Friedrichsthal wird seitdem an immer neuen Prototypen gefeilt. "Unseren ersten Wotan haben wir vor über einem Jahr auf der Baumaschinenmesse Bauma in München vorgestellt", sagt Britz . Mittlerweile sind zwei weitere Prototypen entstanden - alle sind jetzt im Testbetrieb und die Rückmeldungen seien "sehr gut", sagt Britz .

Grundsätzlich vermietet BBL Cranes seine Krane. Mittelfristig will Britz den Wotan aber auch zum Verkauf anbieten. Anfragen gebe es bereits aus Russland und Australien. Die Großen der Branche will Britz mit seinem mittelständischen Unternehmen aber nicht angreifen- die gesamte BBL - Gruppe beschäftigt 81 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von 14 Millionen Euro.