Miss Universe 2019: Angela Ponce tritt als erste Transfrau an

Zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs : Transfrau will Miss Universe werden

Am Montag wird in Bangkok eine neue Miss Universe gekürt. Mit der Spanierin Angela Ponce tritt zum ersten Mal eine Frau an, die mit männlichen Geschlechtsmerkmalen geboren ist. Sie will ein Zeichen für Toleranz setzen.

Mit einer mutigen Botschaft der Inklusion schickt sich die Spanierin Angela Ponce an, die erste transsexuelle Miss Universe in der 66-jährigen Geschichte des Wettbewerbs zu werden. Die 27-Jährige schreibt bereits mit ihrer Teilnahme am Finale im thailändischen Bangkok am Montag Geschichte. Sie ist die erste transsexuelle Kandidatin, seit der Schönheitswettbewerb sich vor sechs Jahren von dem Grundsatz verabschiedete, alle Kandidatinnen müssten "natürlich geborene" Frauen sein.

Ponce setzt sich für eine größere Akzeptanz transsexueller Menschen ein und hofft auf eine "tolerantere und respektvollere" Gesellschaft. Außerhalb des Miss-Universe-Wettbewerbs werden Transsexuelle nach wie vor häufig marginalisiert und missverstanden. Die Selbstmordrate unter ihnen ist hoch.

In einem an die Öffentlichkeit gelangten Bericht aus dem Weißen Haus hieß es, die Regierung von Präsident Donald Trump – selbst einst Besitzer des Schönheitswettbewerbs – plane Gesetzesänderungen, wonach das Geschlecht künftig anhand der biologischen Merkmale bei der Geburt definiert werden soll.

Ponce widerspricht dieser Definition deutlich: "Eine Vagina zu haben hat mich nicht zu einer Frau gemacht. Ich bin eine Frau und war es bereits vor der Geburt, weil meine Identität hier ist", sagte sie, auf ihren Kopf deutend. "Eine Frau zu sein ist deine Identität. Es ist egal, ob du weiß oder schwarz bist, ob du eine Vagina hast... oder einen Penis."

Die Jury des umstrittenen Schönheitswettbewerbs ist in diesem Jahr rein weiblich und ist mit Unternehmerinnen und ehemaligen Gewinnerinnen besetzt. Die amtierende Miss Universe, Demi-Leigh Nel-Peters aus Südafrika, wird am Montag die Krone an eine der Kandidatinnen aus 94 Ländern übergeben – und damit unter Umständen auch Geschichte schreiben.

(mlat/AFP)
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