Militär-Airbus hebt nach jahrelanger Verspätung zum Erstflug ab

Militär-Airbus hebt nach jahrelanger Verspätung zum Erstflug ab

Sevilla. Nach jahrelangen Verzögerungen hat der Airbus-Militärtransporter A400M erfolgreich seinen ersten Testflug absolviert. Ein Prototyp der Maschine landete gestern nach fast vier Stunden Flugzeit sicher wieder auf dem Flughafen im südspanischen Sevilla

Sevilla. Nach jahrelangen Verzögerungen hat der Airbus-Militärtransporter A400M erfolgreich seinen ersten Testflug absolviert. Ein Prototyp der Maschine landete gestern nach fast vier Stunden Flugzeit sicher wieder auf dem Flughafen im südspanischen Sevilla. Hinter den Kulissen wurde derweil weiter hart darüber verhandelt, wie die Mehrkosten für die Maschine zwischen Abnehmerländern und Airbus verteilt werden sollen. Mit dem Erstflug habe Airbus bewiesen, dass das Flugzeug technisch wieder auf Kurs sei, sagte der Chef der Konzernmutter EADS, Louis Gallois, in Sevilla. Das allererste Flugzeug solle Anfang 2013 an Frankreich ausgeliefert werden. Die Entwicklung der A400M liegt wegen Problemen mit der Steuerung der Motoren mehr als drei Jahre hinter dem Zeitplan. Die A400M ist das mit Abstand größte europäische Rüstungsprojekt aller Zeiten. Die Bundeswehr ist mit 60 Flugzeugen größter Kunde vor Frankreich. Zu den Erstkunden gehören auch Spanien, Großbritannien, Belgien, Luxemburg und die Türkei. Der auch als Lufttanker einsetzbare Mehrzweck-Transporter stellte an die Entwickler erheblich höhere Anforderungen als ein Verkehrsflugzeug. Das wurde bei der Planung von allen Seiten unterschätzt. EADS hat bereits 2,4 Milliarden Euro für Mehrkosten zurückgestellt. Wirtschaftsprüfer erwarten, dass das Projekt weitere fünf Milliarden kosten wird. Damit würde es 37 Prozent teurer als geplant. Gallois forderte ein Entgegenkommen der Länder.Jetzt verhandelt Airbus Military (AMSL) mit Deutschland und den anderen Kunden über die Verteilung der Lasten. Berlin will aber Gespräche auf Chefebene durchsetzen. Bis Mittwoch wollen daher die A400M-Staaten einen Brief an EADS schicken. dpa/afp