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| 20:15 Uhr

Mieten niedriger als vor 20 Jahren

Frankfurt. Der Mieterbund schlägt Alarm, die SPD hat das "bezahlbare Wohnen" als Wahlkampfthema entdeckt: In den vergangenen Jahren haben die Mieten in Deutschland kräftig angezogen. Vor allem in Groß- und Universitätsstädten. Doch ist die Lage wirklich so dramatisch? Nein, wetterte gestern Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbands IVD

Frankfurt. Der Mieterbund schlägt Alarm, die SPD hat das "bezahlbare Wohnen" als Wahlkampfthema entdeckt: In den vergangenen Jahren haben die Mieten in Deutschland kräftig angezogen. Vor allem in Groß- und Universitätsstädten. Doch ist die Lage wirklich so dramatisch? Nein, wetterte gestern Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbands IVD. Er wirft der Politik vor, mit den Ängsten der Bürger zu spielen. "Die Mieten haben in den vergangenen fünf Jahren aufgeholt, um wieder auf das Niveau von vor 20 Jahren zu gelangen."Tatsächlich seien die Mieten für Neuverträge seit 1992 um 9,4 Prozent, in den Top-10-Städten um 13,6 Prozent gestiegen. Da die allgemeine Inflation im selben Zeitraum über 40 Prozent betrage, "liegen die realen Mieten 2012 deutlich unter dem Niveau von vor 20 Jahren", sagte IVD-Präsident Jens-Ulrich Kießling bei der Vorstellung einer Studie zur Entwicklung der Wohnungsmieten. Demnach lagen die inflationsbereinigten Mieten 2012 im bundesweiten Schnitt 22,76 Prozent und die Mieten der Top-10-Städte 19,8 Prozent unter dem Niveau von 1992.

Außerdem werde sich der kräftige Mietanstieg nicht fortsetzen. "Für dieses Jahr und die folgenden Jahre erwarten wir nur moderat anziehende Mieten knapp oberhalb der Inflationsrate. Das Mietwachstum wird sich im Jahresverlauf allmählich verlangsamen", sagte IVD-Vize Schick. 2012 zogen die Mieten im Bundesschnitt um gut drei Prozent an, in den zehn größten Städten um 7,9 Prozent.

Manche Mieter können diese Zahlen wohl nicht nachempfinden. Denn einigen wachsen die Wohnkosten bereits über den Kopf. Viele Haushalte müssen nach Einschätzung des Deutschen Mieterbunds schon jetzt mehr als ein Drittel ihrer Konsumausgaben fürs Wohnen verwenden - inklusive Betriebskosten. Bei einkommensschwachen Haushalten seien mehr als 45 Prozent.

Dem setzt der IVD eigene Zahlen entgegen. "1993 Jahre mussten Mieter im Bundesschnitt 20,13 Prozent ihres Nettohaushaltseinkommens für die Wohnung ausgeben. Dieser Anteil ist im Laufe der Jahre zurückgegangen und liegt seit 2006 konstant bei etwa 16 Prozent", sagte Schick.

Nach Ansicht des Mieterbunds führt der Blick in die Vergangenheit aber am eigentlichen Problem vorbei: Gerade in Ballungszentren und Uni-Städten sei bei Neuverträgen mit Mietpreissteigerungen von durchschnittlich zehn Prozent zu rechnen.