Metz ehrt berühmten Dramatiker Koltès mit einem Festival

Metz ehrt berühmten Dramatiker Koltès mit einem Festival

Saarbrücken. Für die Stadt seiner Geburt hatte Bernard-Marie Koltès (1948-1989) Zeit seines Lebens nur Worte der Verachtung übrig

Saarbrücken. Für die Stadt seiner Geburt hatte Bernard-Marie Koltès (1948-1989) Zeit seines Lebens nur Worte der Verachtung übrig. Gleich nach dem Abitur kehrte der Offizierssohn der Festung Metz den Rücken, begann als Regie-Student an der nationalen Theaterschule in Straßburg zu schreiben, ging auf Weltreisen und stieg in den 1980er Jahren kometengleich zu einem der berühmtesten und international meistgespielten französischen Dramatiker auf. 20 Jahre nach seinem Tod, er starb mit nur 41 Jahren an Aids, hat die Stadt Metz ihrem rebellischen Sohn offenbar endgültig verziehen. Denn die Metzer haben 2009 zum "Koltès"-Jahr erklärt und ehren den Dramatiker nach einer ersten Feierwoche im April jetzt mit einer Aufführung seines Gesamtwerks, angefangen von "Die Nacht kurz vor den Wäldern" bis "Roberto Zucco". Rund zwei Dutzend Theater-inszenierungen und szenische Lesungen stehen bei der - laut Veranstalter - europaweit ersten "Integrale Koltès" vom 16. bis 24. Oktober auf dem Programm, darüber hinaus Performances, Vorträge, Filme. Neben Compagnien aus Lothringen und ganz Frankreich, aus Ungarn, Kroatien und Afrika treten auch so prominente französische Schauspieler wie Marie-Christine Barrault, Michael Lonsdale und Tchéky Karyo in zahlreichen Spielstätten in der ganzen Innenstadt auf. Das Théâtre du Saulcy auf dem Uni-Campus wird zudem in "Théâtre Bernard-Marie Koltès" umgetauft. Künstlerischer Leiter des Koltès-Festivals ist der Lothringer Regisseur Michel Didym, der ab 2010 neuer Leiter des Centre Dramatique National Nancy-Lorraine wird und schon bei den Perspectives gastierte. sbu