Metro will Kaufhof loswerden - Kein Interesse an Karstadt

Metro will Kaufhof loswerden - Kein Interesse an Karstadt

Düsseldorf. Der Handelsriese Metro will den Verkauf der Warenhaus-Tochter Kaufhof angeblich vorantreiben, verlautete aus Unternehmenskreisen. Der Düsseldorfer Konzern befinde sich in Gesprächen mit Investoren über den Kaufhof, hieß es. Metro-Chef Eckhard Cordes erklärte gestern, dass man bei Kaufhof angesichts einer "sensationellen" Entwicklung nicht unter Zeitdruck stehe

Düsseldorf. Der Handelsriese Metro will den Verkauf der Warenhaus-Tochter Kaufhof angeblich vorantreiben, verlautete aus Unternehmenskreisen. Der Düsseldorfer Konzern befinde sich in Gesprächen mit Investoren über den Kaufhof, hieß es. Metro-Chef Eckhard Cordes erklärte gestern, dass man bei Kaufhof angesichts einer "sensationellen" Entwicklung nicht unter Zeitdruck stehe. Der Zeitpunkt für die Trennung sei gekommen, wenn der Preis stimme. Kaufhof steigerte 2009 den operativen Gewinn um 3,4 Prozent auf 119 Millionen Euro, der Umsatz von Kaufhof nahm um 1,9 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro ab. Metro hatte Kaufhof bereits 2008 auf die Verkaufsliste gesetzt, weil sich das Geschäft im Unterschied zu anderen Metro-Töchtern nicht für eine schnelle Auslandsexpansion eigne. Cordes sieht keine Chancen für eine Warenhaus-Ehe von Kaufhof und Karstadt. "Ich gehe nicht davon aus, dass wir Filialen von Karstadt in unseren Kaufhof integrieren werden." Der Karstadt-Insolvenzverwalter wolle die Kette nur als Ganzes verkaufen, Metro nehme deshalb nicht am Bieterprozess teil. Cordes sieht auf lange Sicht keinen Platz für zwei große Warenhausketten in Deutschland. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Interessenten für Karstadt auch Kaufhof im Blick haben dürften und so doch noch eine Verbindung zustande kommen könnte.Der Metro-Konzern beschleunigt nach Umsatz- und Gewinnrückgängen im Jahr 2009 den Konzernumbau. Das Wachstum im Ausland soll so wieder gesteigert und die Kosten sollen weiter gesenkt werden, sagte Cordes. Der Konzernumsatz nahm um 3,6 Prozent auf 65,5 Milliarden Euro ab, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um 198 Millionen auf zwei Milliarden Euro. Durch das Sparprogramm sollen bis zu 17 000 der 300 000 Arbeitsplätze wegfallen. dpa/ddp