Metall-Verband verurteilt Aktion der IG Metall gegen Zeitarbeit

Metall-Verband verurteilt Aktion der IG Metall gegen Zeitarbeit

Saarbrücken. Die saarländischen Metall-Arbeitgeber reagieren mit Unverständnis auf die Mobilmachung der IG Metall gegen die Zeitarbeit. Die Gewerkschaft hat für heute zu einem bundesweiten Aktionstag gegen die Leiharbeit unter dem Motto "Arbeit - sicher und fair" aufgerufen

Saarbrücken. Die saarländischen Metall-Arbeitgeber reagieren mit Unverständnis auf die Mobilmachung der IG Metall gegen die Zeitarbeit. Die Gewerkschaft hat für heute zu einem bundesweiten Aktionstag gegen die Leiharbeit unter dem Motto "Arbeit - sicher und fair" aufgerufen. "Die IG Metall verdreht bewusst Tatsachen, um auf eine plumpe Art Stimmung zu machen", schimpft Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar).Nach dem Gesetz seien Zeitarbeiter grundsätzlich wie Stammkräfte zu entlohnen. Niedrigere Löhne könnten nur durch Tarifverträge vereinbart werden. "Diese schließen die Gewerkschaften - derzeit mit einem Einstiegslohn von 7,60 Euro - ab, weil sie wissen, dass höhere Löhne den Verlust von hunderttausenden von Zeitarbeitsplätzen bedeuten würden", heißt es in der Mitteilung von ME Saar. Doch kaum sei die Tinte unter diesen Verträgen trocken, klagten die Gewerkschafter über Dumpinglöhne der Verleiher.

Zudem bestreitet der Verband, dass Zeitarbeit Stammbelegschaften verdrängt. Im Boom von 2006 bis 2008 hätten die Branche 240 000 neue Stammarbeitsplätze geschaffen, aber nur 60 000 zusätzliche Zeitarbeiter eingesetzt. Wie immer in Aufschwungphasen steigt derzeit die Zahl der Zeitarbeitnehmer, aber auch die Stammbelegschaften werden wieder aufgebaut. Von April bis Dezember 2010 waren es fast 50 000 zusätzliche Stammarbeitsplätze in der Metall- und Elektroindustrie.

"Zahlenmäßig spielt die Zeitarbeit auch nicht die Rolle, die uns die Gewerkschaften immer wieder vorgaukelt. In der saarländischen Metall- und Elektroindustrie liegt die Quote der Zeitarbeitnehmer an der Gesamtbelegschaft im unteren einstelligen Prozentbereich", sagte Malter. red