| 20:32 Uhr

Berliner Notizen
Merkel wartet, Schulz beneidet den Papst

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Angela Merkel reagierte am Montag gewohnt locker. Ein Journalist der ARD berichtete live während Merkels Pressekonferenz, und das etwas laut. „Mittagsmagazin…“, bekam die CDU-Chefin zugeraunt. Ihre trockene Reaktion: „Klar, müssen wir warten.“ Gelächter im Saal. Nach ein paar Sekunden schob sie hinterher: „Zu Ende, oder? Nein.“ Nach weiteren Sekunden konnte Merkel dann mit ihrem Bericht aus dem Parteivorstand fortfahren. Wenigstens einer, der der Kanzlerin mal in die Parade fährt.


Martin Schulz ist in diesen Tagen doch noch zum Spaßen aufgelegt. Obwohl er erst kategorisch Nein, dann kategorisch Ja zu Groko-Gesprächen gesagt hat. Jedenfalls meinte Schulz am Dienstag launig, der frühere Parteichef Franz Müntefering habe mal gesagt, SPD-Vorsitzender zu sein, sei das schönste Amt neben dem des Papstes. Schulz weiter: „Ich habe den Papst in den letzten Jahren fünfmal getroffen. Ich würde sagen, der hat es schwer. Aber nicht so schwer wie ich.“ Da ist wohl was dran.



Den Streit der Woche lieferten sich Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) ums Glyphosat. Der Alleingang des Bajuwaren sorgte im Hendricks-Lager für die eine oder andere sprachliche Kapriole. Hendricks merkte an: „Ich hab ihm gesagt, dass man so blöd eigentlich nicht sein könnte.“ Anscheinend ja doch. Und ihr Sprecher fügte hinzu: „Das Kind ist vom Bundeslandwirtschaftsminister in den Brunnen geworfen worden.“ Ah, ja.

Julia Klöckner, CDU-Vize, versprühte rund um die Jamaika-Sondierungen besonders viel Optimismus. Gut, es kam anders, als sich Klöckner das gewünscht hat. Apropos wünschen, jetzt hat sich die Rheinland-Pfälzerin ins Weihnachtsgeschehen eingemischt. „Wir haben in vier Wochen Weihnachten, dennoch sollte man mit Wunschzetteln vorsichtig sein“, riet sie. Die armen Kleinen, die derzeit ihre Zettelchen fürs Christkind oder den Weihnachtsmann verfassen. Gemeint waren freilich die Kinderchen von der SPD.