Mehr Arbeitslose im Saarland

Mehr Arbeitslose im Saarland

Im vergangenen Jahr hat die Zahl der arbeitslosen Saarländer überdurchschnittlich stark zugenommen. Sie nahm um neun Prozent zu. Bundesweit stieg die Zahl der Erwerbslosen nur um 1,8 Prozent.

2013 war ein "schwieriges Jahr" für den deutschen Arbeitsmarkt, zog der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, gestern eine ernüchternde Bilanz. So sei die Zahl der Erwerbslosen trotz des leichten Wirtschaftswachstums erstmals seit 2009 wieder gestiegen - und zwar im Schnitt um 53 000 beziehungsweise 1,8 Prozent auf 2,95 Millionen.

Im Saarland nahm die Zahl der Arbeitslosen besonders stark zu. 37 400 Männer und Frauen ohne Job waren hierzulande vergangenes Jahr im Durchschnitt arbeitslos gemeldet, neun Prozent mehr als 2012. Besonders betroffen waren junge Leute unter 25 und ältere Arbeitnehmer über 50. Die Zahl der jungen Jobsuchenden erhöhte sich im Jahresschnitt um 9,9 Prozent, die der älteren Erwerbslosen sogar um 10,4 Prozent. "Die Entwicklung des vergangenen Jahres im Saarland war nicht gerade einfach. Aufgrund unserer Exportorientierung in das europäische Ausland haben wir deutlicher als andere Bundesländer die schwierige Situation in Europa zu spüren bekommen", sagte Heidrun Schulz, die Chefin der BA-Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland. Trotzdem habe sich der saarländische Arbeitsmarkt in diesem Umfeld gut behauptet.

Im Dezember stieg die saarländische Arbeitslosigkeit nach Angaben der Regionaldirektion saisonüblich um den langjährigen Durchschnittswert von 1,4 Prozent auf rund 35 800 Menschen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag der Wert 3,4 Prozent höher. Saisonbedingt meldeten sich im Vergleich zum November vor allem mehr Beschäftigte aus dem Tiefbau (plus 77,5 Prozent) und dem Innenausbau (plus 111,1 Prozent) arbeitslos. Bundesweit stieg die Zahl der Erwerbslosen im Dezember um 2,4 Prozent auf 2,873 Millionen.

Für das neue Jahr rechnet Schulz mit einer Besserung der Lage auf dem saarländischen Arbeitsmarkt. Zieht die Wirtschaft wie erhofft an, erwartet sie, dass zusätzlich 2000 sozialversicherungspflichtige Jobs entstehen und die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt um 1000 Betroffene zurückgeht (wir berichteten).

Auch Volker Giersch, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes, ist optimistisch. "Aus unserer Sicht bestehen im weiteren Jahresverlauf gute Chancen, dass die Arbeitslosenquote in Richtung 6,5 Prozent fällt." Im vergangenen Jahr betrug die Arbeitslosenquote 7,3 Prozent, 2012 lag sie bei nur 6,7 Prozent.

Für das neue Jahr ist auch Bundesagentur-Chef Jürgen Weise zuversichtlich - und verweist auf die vielen Frühindikatoren, die auf eine stabile Lage am Arbeitsmarkt hindeuten. Für 2014 rechnet der er für Deutschland mit einer durchschnittlichen Jahresarbeitslosigkeit von 2,90 Millionen; dies wären rund 50 000 Erwerbslose weniger als 2013. Weise verwies dabei auf die gute Binnenkonjunktur, die "Stabilisierung der Krisenländer" und den wieder erstarkenden Export. Trotzdem sehe er im Jahr 2014 mehrere Herausforderungen. So habe sich die Bundesagentur vorgenommen, mehr Langzeitarbeitslosen zu einem Job zu verhelfen und dafür zu sorgen, "dass sie in guter Arbeit bleiben", sagte Weise. Zudem müsse mehr Jugendlichen der Einstieg ins Berufsleben gelingen. Jobsucher sollten mit verstärkter Aus- und Fortbildung für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden.

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