Masterplan Energie steht

Saarbrücken. Die künftigen Ziele der saarländischen Energiepolitik stehen jetzt fest. Noch vor der Osterpause will der Ministerrat der Landesregierung den Masterplan Energie verabschieden, den Umweltministerin Simone Peter (Grüne, Foto: Becker & Bredel) auf den Weg gebracht hat

Saarbrücken. Die künftigen Ziele der saarländischen Energiepolitik stehen jetzt fest. Noch vor der Osterpause will der Ministerrat der Landesregierung den Masterplan Energie verabschieden, den Umweltministerin Simone Peter (Grüne, Foto: Becker & Bredel) auf den Weg gebracht hat. Anschließend will sie diesen parteiübergreifend diskutieren, mit den wichtigsten Entscheidern und der Bevölkerung. Ziel sei ein Zukunftskonzept, das eine möglichst breite Zustimmung im Land findet. Mit dem Masterplan strebt die Umweltministerin einen Kompromiss an. Mit klarer Ausgangslage: "Wir wollen Energie- und Industrieland bleiben. Und auch die Wertschöpfung in der Region halten." Demnach sollen bestehende Kraftwerks-Standorte möglichst mit Investitionen durch die Standort-Betreiber fit gemacht werden für die kommenden Jahre. Ziel: höhere Wirkungsgrade, geringere Kosten, mehr Umwelt- und Klimaschutz.Gleichzeitig soll der Anteil Erneuerbarer Energien an der gesamten Energieversorgung deutlich steigen. Von fünf Prozent auf 15 Prozent bis 2015. Dann auf 20 Prozent bis 2020. "Bei 20 Prozent kann und darf nicht Schluss sein. Sonst wird das Saarland energiepolitisch abgehängt", so Peter. Das betreffe auch künftige Investitionen und Arbeitsplätze.

Der wichtigste Baustein zum Masterplan fehle jedoch noch: verlässliche Investitions-Aussagen der Energie-Versorger RWE, VSE sowie Evonik. So ist nach Ansicht von Peter etwa "das Kraftwerk Ensdorf keins für die Ewigkeit. Und auch betriebswirtschaftlich in seiner jetzigen Form nicht weiter zu betreiben." Allerdings passe es mit seinem Netz und als genehmigter Standort gut in die künftige Infrastruktur. Möglicherweise könne man durch Vorschalten einer Gasturbine die Schließung vorerst verhindern. Zu überlegen sei auch, ob das Kraftwerk in einer neuen Strategie im Mix mit Erneuerbaren Energien künftig nur zu bestimmten Zeiten Strom produziert.

"Keine Gefahr für Fenne"

Gute Zukunfts-Chancen habe das Kraftwerk Bexbach wegen langfristiger Strom-Lieferverträge mit Baden-Württemberg. Vom Kraftwerk Fenne hänge auch die Weiterentwicklung der Fernwärmeschiene ab. Zwar wolle Evonik Kraftwerke abstoßen. Peter sieht jedoch keine akute Gefahr für Fenne. Generell rechnet die Ministerin mit einer stärkeren Zusammenarbeit von regionalen und kommunalen Versorgern unter der Moderation der VSE. Auch deshalb sei spannend, wie sich RWE und VSE an der Saar positionieren wollen.

Der Beschluss des Landes, den Bau von Windkraftanlagen auch außerhalb von Vorranggebieten zu ermöglichen, bringe den Bürgern vor Ort Vorteile. Einnahmen aus Windkraft stünden beispielsweise für die Sanierung von Schulen zur Verfügung. Zudem könnten Bürger über eine Beteiligung an solchen Anlagen selbst Geld mit verdienen. Die meisten Flächen, die in Frage kommen, lägen unmittelbar um die bisherigen Vorranggebiete herum. Das Ministerium begleite Planungen mit Fakten, an welchen Standorten der Einsatz von Wind/Sonne/Biomasse und Geothermie Sinn ergebe.

Ein weiteres Projekt ist die neue "Klimaschutzagentur", die an das Umweltministerium angedockt und von diesem mit finanziert wird. Hier sollen Akteure aus den Bereichen Energieerzeugung, Beratung und Verteilung sowie aus den Kommunen gemeinsam umweltgerechte Energie- und Mobilitätsprojekte auf den Weg bringen. Die Arge Solar ist genauso vorgesehen wie etwa das Umweltzentrum der Handwerkskammer, aber auch die IHK. Bestandteil des Masterplans ist ebenfalls der Ausbau des Programms "Klima Plus Saar". Es fördert Energiekonzepte der Gemeinden. Elektromobilität gehört zur Priorität im Masterplan. Hier soll das Saarland Modell-Region werden. Dazu bringt Peter Hersteller wie Ford, Peugeot, Smart mit Energieversorgern zusammen, die sich um den Ausbau von Batterie-Ladesäulen und Stromtarife kümmern. Forschungseinrichtungen wie die HTW sollen auch mitwirken.

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