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| 21:21 Uhr

Manager lehnen schärfere Gesetze ab

Berlin. Die Aufsichtsratschefs von 15 großen Unternehmen haben sich in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen die geplante Verschärfung der Managergesetze ausgesprochen. In einem am Freitag bekanntgewordenen Brief lehnten die Top-Manager die Pläne der großen Koalition fast komplett ab

Berlin. Die Aufsichtsratschefs von 15 großen Unternehmen haben sich in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen die geplante Verschärfung der Managergesetze ausgesprochen. In einem am Freitag bekanntgewordenen Brief lehnten die Top-Manager die Pläne der großen Koalition fast komplett ab. Zugleich beklagten sie, dass durch die anhaltende Diskussion über Managergehälter ein "falsches Bild der wirtschaftlichen Verantwortungsträger" gezeichnet werde. Hinter dem Brief stehen unter anderem die Chef-Kontrolleure von Bayer, BMW, Bertelsmann, Henkel, RWE, Thyssen-Krupp und Siemens. Das Schreiben richtet sich gegen die Beschlüsse einer Koalitions-Arbeitsgruppe, die sich Anfang Mai auf die Kernpunkte eines "Gesetzes über die Angemessenheit von Vorstandsvergütungen" geeinigt hatte. Das Gesetz soll noch vor der Bundestagswahl im September verabschiedet werden. Doch gibt es auch innerhalb der Koalition noch Diskussionsbedarf. Am Montag soll dazu im Bundestag eine Expertenanhörung stattfinden. Die Aufsichtsräte warnen davor, "unternehmerische Entscheidungen wie die Gestaltung von Vorstandsverträgen bis ins Detail zu verrechtlichen". Auf Kritik stößt vor allem, dass Vorstände künftig erst nach zwei Jahren in den Aufsichtsrat wechseln können sollen. Bislang sind sofortige Wechsel durchaus üblich. Über die zweijährige "Karenzzeit" wird in der Koalition aber noch gesprochen, wie es aus dem Umfeld von Unionsfraktionschef Volker Kauder hieß. Kritik kommt von den Managern auch daran, dass Bonuszahlungen künftig erst mit mehrjähriger Verzögerung gezahlt werden sollen. Falsch sei auch der Vorschlag für eine Manager-Haftpflicht. Insgesamt gingen die Koalitionspläne "weit über eine sinnvolle gesetzliche Rahmenverlegung hinaus". dpaMeinung

Zu wenig Selbstkritik

Von SZ-KorrespondentHagen Strauß Dass die Begrenzung von Managergehältern bei Deutschlands Wirtschaftselite das kalte Grausen verursacht, war ja zu erwarten. In den Vorstandsetagen gelten die Pläne der Koalition als populistisch und dilettantisch. Der Brief der zwölf Aufsichtsratschefs ist nur der Höhepunkt des Protestes, weil die gesetzliche Umsetzung des Vorhabens mit schnellen Schritten naht. Besonderen Unmut erregt bei den Managern offenbar die Vorschrift, dass zwischen einem Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat eine zweijährige Karenzzeit liegen soll. Bisher sind die gut dotierten Übertritte sofort möglich. Wer möchte darauf schon verzichten? Dies zu ändern, ist aber richtig, weil die Kontrolle des Aufsichtsrates dadurch deutlich effektiver wird. Alles in allem verfestigt der Brief nur den Eindruck, dass mancher Manager immer noch viel zu wenig über den eigenen Dilettantismus nachdenkt - und über dringend erforderlich Konsequenzen aus der Krise schon gar nicht.