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„Es waren tolle Jahre mit ihm“

Hans Werner Mauß
Hans Werner Mauß FOTO: privat
Niederwürzbach. Hans Werner Mauß Dieter Gräbner

Hans Werner Mauß, Jahrgang 1953, und sein Bruder Frank, Jahrgang 1963, wurden in Niederwürzbach geboren. Vater Kurt Mauß war Bergmann, die Mutter Maria Hausfrau. Der kleine Werner Mauß besuchte in Niederwürzbach bis 1967 die Volksschule, absolvierte dann eine Lehre als Mechaniker, die er 1971 mit der Gesellenprüfung abschloss. Danach arbeitete er in seiner Lehrfirma als Mechaniker für Druckmaschinen.

Er spielte Fußball in der Mannschaft des FC 09 Niederwürzbach und auch Handball beim TV Niederwürzbach, dessen 1. Mannschaft später in der 1. Handball- Bundesliga spielte. Und er war Mitglied der DLRG, der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft. Als Sechzehnjähriger erwarb er den DLRG-Grundschein und machte im Sommer Dienst bei der Rettungswacht am Niederwürzbacher Weiher, später auch in Grömitz an der Ostsee.

Von 1973 bis 1974 besuchte er die Technikerschule in Saarbrücken, die er mit der Prüfung als Maschinenbautechniker abschloss. Seine Frau Ulrike erzählt: "1974 war er zunächst arbeitslos. Er schrieb mehrere Bewerbungen, wurde 1975 von einer Saarbrücker Firma eingestellt, für die er als Kundendienst-Techniker im Bereich Kopiergeräte und Offsetdruck im Saarland unterwegs war. Er war katholisch und sozial engagiert. Wir lernten uns im Weekend-Club der Pfarrkirche St. Hubertus in Niederwürzbach kennen. Wir haben dann am 29. Mai 1976 in der St. Hubertus-Kirche geheiratet und im Gut Junkerwald haben wir gefeiert. Es war eine große Party. Ich arbeitete weiter in meinem Beruf als Groß- und Außenhandelskauffrau. Mein Mann besuchte 1982 und 1983 eine Abendschule, die er als Elektroniker abschloss und gründete zusammen mit seinem Freund Harald Schuchhardt die Firma Mauß & Schuchhardt. Mein Mann war zuständig für den technischen Service von Repround drucktechnischen Anlagen. Sein Bruder Frank arbeitete mit in der Firma. Harald Schuchhardt, organisierte den Verkauf und die Lieferung der drucktechnischen Geräte. Beide waren erfolgreich. Mein Mann legte 1985 seine Meisterprüfung als Mechanikermeister ab. Es lief alles gut."

Und privat? Was war inzwischen geschehen? Sie sagt: "Wir hatten inzwischen weitgehend in Eigenhilfe unser Haus neben dem Haus meiner Eltern gebaut. Mein Mann war ein vielseitiger Handwerker. Unser erster Sohn Daniel kam 1979 zur Welt. 1990 wurde unser zweiter Sohn David geboren, den er sehr verwöhnt hat."

Sohn Daniel sitzt bei unserem Gespräch mit am Tisch, sagt, als ich ihn nach seinen Vater frage: "Er war ein toller Vater. Sehr nachsichtig, half mir in Mathe."

"Und sonst? Immer nur Arbeit? Nie Ferien?", frage ich. Ehefrau Ulrike: "Nein, nein, so war es nicht. Seit unserer Hochzeit 1976 sind wir zwei Mal in jedem Jahr in Urlaub gefahren. Meistens sind wir geflogen. Irgendwohin ans Meer. Nach Ibiza, Sardinien, Biarritz. Und im Winter sind wir dann mit den Kindern mit befreundeten Familien zum Skifahren in die Schweiz gefahren. Wir waren oft mit dem Skiclub von Niederwürzbach unterwegs. Und mein Mann war ein sehr guter Zuhörer, war informiert über vieles. Ich bin im Saarpfalz-Kreis in der CDU aktiv. Wir haben daher auch viel über Politik geredet und diskutiert. Aber auch über Sport. Er war Jugendtrainer beim FC Niederwürzbach, fieberte mit, als der TV Niederwürzbach in der Handball- Bundesliga spielte. Er spielte in seiner Freizeit Tennis beim TC Niederwürzbach. In der Männerrunde unternahmen sie auch Skitouren. Und Familienfeste haben wir groß gefeiert. Als 1989 die Grenze zur DDR fiel, lieferte er an eine Behindertenwerkstatt Maschinen für Druckobjekte. Als unser Sohn Daniel 2006 heiratete, war auch das ein großes Fest. Den Hausbau der jungen Familie unterstützte er tatkräftig. 2008 wurde unser Enkelsohn Justus und 2011 unsere Enkeltochter Klara geboren."

Sohn Daniel sagt: "Er war ein großzügiger, herzensguter Opa. Die Enkel liebten ihn. Er hätte gerne noch viel mehr Zeit mit ihnen verbracht."

In den letzten Jahren unternahmen die Eheleute Ulrike und Hans Werner Mauß auch große Reisen: "Wir waren in Kalifornien, in Shanghai und in Peking, in Südafrika und in Kanada und auch am Nordkap und in Russland. Die letzte große Reise war 2014. Wir fuhren mit dem Luxusliner ,Aida' von Jamaika nach Mexiko. Es waren tolle Jahre."

Im Herbst 2014 hatte Hans Werner Mauß plötzlich Sprach- und Orientierungsprobleme. Ehefrau Ulrike: "In der Uni-Klinik in Homburg diagnostizierten die Ärzte eine neurologische Erkrankung, ohne diese näher zu definieren. Er konnte nicht mehr kommunizieren. Wir holten ihn nach Hause. Er saß die nächsten Wochen mitten in der Familie im Wohnzimmer zu Hause im Fernsehsessel. Er ist in seinem Bett eingeschlafen für immer."