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| 14:23 Uhr

Ein Leben für die Arbeit

Elisabeth Latz
Elisabeth Latz FOTO: privat
St.Ingbert-Rentrisch. Elisabeth Latz Von SZ-Mitarbeiter Dieter Gräbner

Elisabeth Latz, geborene Schwarz, wurde am 16.Juni 1922 im St. Ingberter Ortsteil Rentrisch geboren.Sie war die zweitälteste von drei Töchtern der Eheleute Karoline und Eugen Schwarz. Die ältere Schwester Magarete, Jahrgang 1921, starb 2004. Die jüngere Schwester Maria wurde 1925 geboren. Die Eltern betrieben in Rentrisch die gleichnamige Gaststätte und Metzgerei Schwarz, die seit 1872 in Familienbesitz war. Elisabeth wurde 1928 in Rentrisch eingeschult, wechselte dann 1932 auf das katholische Lyzeum in St. Ingbert. "1934 starb unser Vater Eugen Schwarz. Von da an mussten wir in der Gaststätte und Metzgerei helfen", erzählt ihre Schwester Maria Auer, geborene Schwarz.

Wir, ihre Schwester Maria, Sohn Eugen Latz, Tochter Elisabeth Guckelmus, geborene Latz, sitzen im Wohnzimmer des Familienhauses in Rentrisch zusammen und reden über eine Frau, deren Leben von Arbeit und Sorge um die Familie geprägt war. Ihre Schwester Maria erzählt: "Elisabeth half schon als 12-jährige im elterlichen Geschäft." Nach einer kurzen nachdenklichen Pause sagt sie: "Am 01. August 1939 wurde die Gaststätte zwangsweise geschlossen. Die Familie wurde evakuiert nach Garmisch-Partenkirchen und später nach Rottau am Chiemsee. Elisabeth besuchte während dieser Zeit die Hotelfachschule in München." Im Sommer 1940 kam die Familie zurück, erlebte, wie die Sodaten Richtung Westwall zogen und 1944 die ersten Bombenangriffe und den Granatenbeschuss. "Die Gaststätte blieb unversehrt, die Wohnung wurde an Heiligabend 1944 von einer Granate getroffen, das Dach wurde schwer beschädig", erzählt Sohn Eugen Latz. "Dann das Kriegsende. Die Strasse durch Rentrisch war direkte Verbindung zwischen Frankfurt am Main und Paris. Eine Autobahn gab es noch nicht. Hier kamen Fernfahrer durch und auch ehemalige Soldaten, die aus der Gefangenschaft nach Hause wollten. Einer war der Metzger Willi Latz, Jahrgang 1917, ein ehemaliger Flaksoldat auf dem Heimweg nach St. Ingbert. Er kam dann öfter und verliebte sich in Elisabeth."

Am 27. August 1947 heirateten Elisabeth Schwarz und Willi Latz in der kath. Kirche "Heilige Familie" in Rentrisch. Gefeiert wurde in der eigenen Gaststätte. "Zeit für eine Hochzeitsreise hatten sie nicht," erzählt Tochter Elisabeth, die 1952 geboren wurde. Ihr Bruder Eugen, Jahrgang 1949, berichtet, dass zur Gastwirtschaft und Metzgerei auch ein Hotel mit acht Zimmern gehörte und inzwischen über 20 Mitarbeier - zwölf Metzger, vier bis sechs Kellnerinnen und Kellner, zwei Köche, Küchenpersonal und Verkäuferinnen - in dem Familieunternehmen arbeiteten: "Unsere Mutter war der gute Geist von allem. Sie war immer da, immer ansprechbar. Sie arbeitete von 6 Uhr morgens bis nach Mitternacht, und das 7 Tage in der Woche. Wir wurden von einem Kindermädchen betreut. Unsere Mutter war aber trotzdem immer für uns da. Die Familie war ihr das wichtigste. Sie hat uns geliebt, aber wir wurden nicht verwöhnt, sie war immer sehr sparsam. Das Geld wurde schwer verdient. Sie war Katholikin, aber hatte kaum Zeit für Kirchenbesuche."

Als es um die Berufswahl ihrer Kinder Elisabeth und Eugen ging, gab es für beide nur eine Entscheidung. Sie wollten und sollten die Gaststätte und Metzgerei Schwarz weiterführen. Tochter Elisabeth absolvierte eine Ausbildung als Fleischereifachverkäuferin, Sohn Eugen erlernte das Metzgerhandwerk und legte später die Meisterprüfung ab. Beide arbeiteten im elterlichen Betrieb. 1979 übernahmen Tochter Elisabeth und Sohn Eugen mit ihren Familien die Gaststätte und Metzgerei Schwarz in Rentrisch. Tochter Elisabeth: "Unsere Mutter blieb aber im Betrieb und half mit.Überall. Sie hatte aber nun ein bisschen mehr Zeit für sich und ihren Mann und so fuhren sie auch in Urlaub. Sie bereisten Bayern, den Schwarzwald, Tirol, Südtirol und Spanien. Aber sie hat immer gespart. Zwischzeitlich war sie Grossmutter geworden. 1976 und 1982 wurden ihre Enkeltöchter Candi und Susi Guckelmus geboren, 1985 Thomas und 1991 Enkeltochter Jenni Latz. Sie war eine fürsorgliche Oma." 1996 erkrankte ihr Ehemannn Willi Latz schwer. Er starb im September 1996, ein Jahr vor der Goldenen Hochzeit.

Sohn Eugen erzählt: "2002, als sie 80 Jahre alt wurde, sagte sie: Ab morgen komme ich nicht mehr arbeiten. Aber nach zwei Tagen war sie wieder da und half weiter in unserem Betrieb. Sie betreute auch ihre Urenkel Jan, geb. 2003, Lara, geb. 2006, und Lena geb. 2011. Tochter Elisabeth: "Bis 2012 war sie nie krank. Zum Krankwerden hatte sie keine Zeit. Nach Erreichen ihres 90. Lebensjahres baute sie aber körperlich immer mehr ab. Ende 2013 kam sie krankheitsbedingt in die Universitätsklinik nach Homburg, wo sie kurze Zeit später verstarb. Sie wurde 91 Jahre alt."