Maas will Tempo machen beim „Girokonto für Jedermann“

Düsseldorf/Berlin · Die Europäische Union formulierte im Frühjahr eine Art Grundrecht auf ein eigenes Girokonto. Verbraucherminister Heiko Maas will die Vorgaben nun umsetzen. Die Opposition mahnt, nicht zu viel Zeit verstreichen zu lassen.

Bundesverbraucherminister Heiko Maas will die EU-Richtlinie zum "Girokonto für Jedermann" zügig umsetzen. Der geforderte Rechtsanspruch auf ein Konto auf Guthabenbasis werde verankert, kündigte der SPD-Politiker in der "Rheinischen Post" an. "Wir brauchen das "Girokonto für Jedermann". Jeder sollte das Recht auf ein Basiskonto haben", sagte Maas. Im Berufs- und im Wirtschaftsleben komme fast niemand mehr ohne eines aus.

Dennoch hätten in Deutschland immer noch rund 670 000 Menschen kein eigenes Girokonto - darunter Obdachlose, Saisonarbeiter, freie Dienstleister oder Gaststudenten. Das EU-Parlament hatte im April einem Rechtsanspruch jedes Bürgers - auch ohne festen Wohnsitz - auf ein Konto zugestimmt. Das Gesetz muss bis spätestens 2016 in den einzelnen EU-Mitgliedsländern national umgesetzt werden.

Die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Nicole Maisch, mahnte ein rasches Handeln an: "Maas muss die Vorgabe der Europäischen Union zügig umsetzen und nicht nur ankündigen." Das neue "Girokonto für Jedermann" dürfe zudem nicht durch überhöhte Gebühren oder eingeschränkte Funktionen zu neuen Diskriminierungen führen. Maas hatte zudem seine Ansicht bekräftigt, dass Banken solchen Kunden, die länger teure Dispokredite nutzen müssen, künftig verpflichtende Beratungsgespräche anbieten sollen. So könne etwa die Umwandlung in Ratenkredite empfohlen werden. Union und SPD hatten bereits in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass die Institute verpflichtet werden sollen, Kunden mit einem überzogenen Konto zu warnen und ihnen bei längerer Inanspruchnahme günstigere Alternativen anzubieten.

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