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Luxair will Drehkreuz Saarbrücken ausbauen

Luxemburg. Die Turbulenzen der Wirtschafts- und Finanzkrise werden auch die Luxair-Gruppe in diesem Jahr heftig durchschütteln. Der Gegenwind für die am Luxemburger Flughafen Findel ansässige Fluggesellschaft ist in allen Bereichen spürbar: im Urlaubs- und Linienverkehr und vor allem in der Frachtabfertigung in Findel, die von Luxair abgewickelt wird Von SZ-Mitarbeiter Udo Rau

Luxemburg. Die Turbulenzen der Wirtschafts- und Finanzkrise werden auch die Luxair-Gruppe in diesem Jahr heftig durchschütteln. Der Gegenwind für die am Luxemburger Flughafen Findel ansässige Fluggesellschaft ist in allen Bereichen spürbar: im Urlaubs- und Linienverkehr und vor allem in der Frachtabfertigung in Findel, die von Luxair abgewickelt wird. Hier ist die global operierende Frachtfluggesellschaft Cargolux, an der Luxair mit 34,9 Prozent beteiligt ist, besonders stark vom Rückgang des Frachtaufkommens betroffen, sagte gestern Luxair-Verwaltungsratsvorsitzender Marc Hoffmann bei der Vorlage der Jahresbilanz für 2008 und der Vorschau auf aktuelle Jahr. Trotz aller Widrigkeiten vor allem im vierten Quartal konnte die Gruppe bei einem auf 416 Millionen Euro gestiegenen Umsatz (Luxair, Cargo und Passagierabfertigung, Touristik und Airport-Shops ) das Jahr 2008 noch mit einem operativen Gewinn von 1,55 (Vorjahr: 5,51) Millionen Euro abschließen. Die Fluggesellschaft blieb (vor Steuern) mit knapp zwei (Vorjahr: 1,2) Millionen Euro im Minus. Sowohl für die Fluggesellschaft als auch für die gesamte Gruppe erwartet Hoffmann für 2009 mit einem Minus von jeweils knapp 15 Millionen Euro tiefrote Zahlen (vor Steuern). Allein Luxair steuerte von Januar bis April mit sechs (Vorjahr: minus 2,8) Millionen Euro in die Verlustzone. Unterdessen hält die Luxair strategisch an ihrer vor zwei Jahren begonnen Neuausrichtung fest, sich als die führende Airline der Großregion zu positionieren. "Luxemburg ist unser Heimatdrehkreuz, und Saarbrücken ist mittlerweile unser zweites Standbein in der Region", sagte Luxair-Vorstandschef Adrien Ney (Foto: Rau). Das Büro am Saar-Flughafen werde personell aufgestockt und mit Dirk Bernhard (bisher Luxair Tours) einen neuen Stationsleiter bekommen. Die nach kurzem Betrieb wieder gestrichene Linie Saarbrücken-Luxemburg-London steht weiter auf dem Programm. Ney: "Wenn sich die Weltwirtschaft wieder erholt hat und der Geschäftsreiseverkehr wieder zunimmt, schließe ich die Aufnahme der Verbindung Saarbrücken nach London nicht aus." Die Zahlen an der Saar jedenfalls haben sich gut entwickelt: 2008 hat Luxair auf ihren Strecken nach Hamburg (parallel zur Cirrus), München und Berlin ihr Passagieraufkommen mit 35 200 verdoppelt. "Wir fürchten uns auch nicht vor einer Wiederaufnahme der München-Strecke durch Air Berlin. Wir leben mit der Konkurrenz und behaupten uns", sagte Ney. Die neue Linie Saarbrücken-Catania (Sizilien) über den Sommer 2009 werde bei Erfolg 2010 in den Flugplan integriert, so Luxair-Touristik-Vorstand Alberto Kunkel. Trotz der Krise sollen die Arbeitsplätze erhalten bleiben: "Die Rettung der 2400 Stellen in der Gruppe ist vorrangiges Ziel", sagte Ney: "Es gibt weder Kurzarbeit noch einen Sozialplan." Mit einer Anpassung der Flugkapazitäten, Überstundenabbau und Personalumschichtungen will man der Krise trotzen.