Luftverkehrsverband fürchtet durch Berliner Pannen Millionen-Schaden

Luftverkehrsverband fürchtet durch Berliner Pannen Millionen-Schaden

Berlin. Durch die Verzögerungen beim Bau des neuen Hauptstadt-Flughafens Berlin-Brandenburg ist den Fluggesellschaften womöglich ein Schaden von mehr als hundert Millionen Euro entstanden

Berlin. Durch die Verzögerungen beim Bau des neuen Hauptstadt-Flughafens Berlin-Brandenburg ist den Fluggesellschaften womöglich ein Schaden von mehr als hundert Millionen Euro entstanden. Angesichts der mehrfachen Verschiebungen des Eröffnungstermins könnten sich die Mehraufwendungen der Unternehmen bis zum Betriebsstart auf einen dreistelligen Millionenbetrag summieren, sagte der Präsident des Verbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Klaus-Peter Siegloch, gestern.Air Berlin habe bereits eine Feststellungsklage eingereicht und auch die Lufthansa gehe davon aus, dass es eine Schadenersatzmöglichkeit gebe, betonte Siegloch.

Auch die Bahn habe durch die mehrmalige Verschiebung der Flughafen-Inbetriebnahme "Einbußen in Millionenhöhe zu verzeichnen", sagte ein Sprecher. Diese könnten aber noch nicht beziffert werden, "dies gilt auch für die konkrete Höhe der Schadensersatzansprüche gegen die Flughafengesellschaft". Nach früheren Angaben von Bahnchef Rüdiger Grube belaufen sich die Ausgaben für Streckenpflege und Bewachung sowie Einnahmeverluste zusammen auf rund zwei Millionen Euro pro Monat.

Die Kosten für den Flughafen lagen bei der jüngsten Kalkulation bei 4,3 Milliarden Euro. Anfang Dezember war der Mehrkostenrahmen von 1,2 Milliarden Euro bestätigt worden. Darin enthalten sind rund 480 Millionen Euro, die durch die Verschiebung der Eröffnung und den Weiterbetrieb der beiden alten Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld bis Oktober 2013 erwartet wurden.

Für die Einzelhändler und Gastronomen am Flughafen sind die Aussichten nach Einschätzung des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg (HBB) "nicht so rosig", Schadenersatz zu bekommen. Einige hätten mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen. Positiv sei festzustellen, dass noch keiner der 80 Mieter im Flughafen abgesprungen ist. afp/dpa