Lokführer haben Bahn deutschlandweit lahmgelegt

Lokführer haben Bahn deutschlandweit lahmgelegt

Mit ihrem flächendeckenden Streik haben die Lokführer von gestern, 21 Uhr, bis heute morgen, 6 Uhr, die Bahnstrecken bundesweit lahmgelegt.

"Viele werden ihren Zielort nicht erreichen oder nur mit großer Verspätung", sagte Personenverkehrs-Vorstand Ulrich Homburg gestern im Vorfeld des Streiks. Die Bahn hatte versucht, mit Hilfe der Lokführer , die beamtet oder nicht bei der Lokführergewerkschaft GDL organisiert sind, einen Notbetrieb aufrechtzuerhalten und blockierte Bahnhöfe wieder zu aktivieren. Homburg rechnete auch für den heutigen Berufsverkehr mit erheblichen Störungen und Einschränkungen. Nach Aussage von Bahnsprecher Torsten Sälinger können Bahn-Kunden im Saarland aber mit einer schnelleren Normalisierung rechnen: "Die Nahverkehrsstrecken werden schneller wieder in Takt kommen als Züge, die große Strecken zurücklegen müssen." Auf den Verkehr der Saarbahn hatte der Streik keine Auswirkung. "Die Saarbahn fährt wie gewohnt", sagte eine Sprecherin.

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber forderte die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren: "Die GDL ist am Zug." Die Lokführer fordern unter anderem fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. Die GDL will aber auch für das übrige Personal im Zug verhandeln, etwa für Zugbegleiter und Speisewagen-Mitarbeiter. Die Bahn lehnt das ab. Die GDL konkurriert dabei mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EV G).