Loewe lebt weiter mit neuen Investoren

Loewe lebt weiter mit neuen Investoren

Für den traditionellen TV-Gerätehersteller Loewe zeichnet sich nach einem monatelangen Überlebenskampf eine Rettung ab. Eine deutsche Investorengruppe will das Unternehmen fortführen, das auch von der Börse verschwindet.

. Der schwer angeschlagene TV-Gerätehersteller Loewe plant nach monatelangem Überlebenskampf einen Neustart. Der frühere Apple-Europachef Jan Gesmar-Larsen soll eine wichtige Rolle übernehmen. Als Beiratsvorsitzender werde er die strategische Neuausrichtung mit dem bisherigen Loewe-Chef Matthias Harsch verantworten, gab gestern die Investorengruppe bekannt, die wesentliche Teile von Loewe zum 31. Januar übernimmt. Am Donnerstagabend hatte sie erklärt, die Traditionsmarke in deutscher Hand fortführen zu wollen.

Zur Investorengruppe gehören neben Gesmar-Larsen auch die beiden Münchner Unternehmer Constantin Sepmeier und Stefan Kalmund sowie frühere Manager des Unternehmens Bang & Olufsen. Sie haben für den Loewe-Deal die Panthera GmbH gegründet. Ziel sei es, Loewe künftig auch für eine breitere, jüngere sowie design- und technikbegeisterte Zielgruppe interessant zu machen. Der Blick richte sich dabei auf die Märkte in Europa, Russland und China. Allerdings werden viele Mitarbeiter ihren Job verlieren. Auch für die Loewe-Aktionäre dürfte nicht viel übrigbleiben. Von den 550 Beschäftigten von Loewe im Inland können 120 Mitarbeiter nicht bleiben, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Zum 1. Februar soll eine Transfergesellschaft eingerichtet werden. Die Loewe AG nimmt Abschied von der Börse und wird abgewickelt.

Die Montage des TV-Herstellers im oberfränkischen Kronach soll erhalten bleiben. Es handle sich um eines der modernsten europäischen TV-Werke. Ausgebaut werden soll die Kooperation mit dem chinesischen Technologielieferanten Hisense. Gestern wurden auch die Mitarbeiter am bisherigen Stammsitz Kronach über die Zukunft des Unternehmens informiert. Unterdessen kritisierte die IG Metall den Stellenabbau nach diversen Kürzungsrunden in den vergangenen Jahren. Die Arbeitnehmer hätten schon viele Einbußen hingenommen. Nun gebe es weitere Entlassungen, "und das nur, weil eine Marktentwicklung falsch eingeschätzt wurde und eine Reihe von Banken nicht bereit waren, entwickelte Konzepte zu unterstützen", sagte der bayerische IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler. Am Montag sollen die Gespräche zwischen Gewerkschaft, Betriebsrat und Unternehmen über den Stellenabbau beginnen.

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