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Leszek Mozdzer alias „Bzsch Bzsch Bzsch“

Illingen. In Deutschland noch wenig bekannt, ist der Pole Leszek Mozdzer in seiner Heimat ein großer Star. Am Samstagabend hat er in Illingen ein Konzert gegeben. Joachim Wollschläger

In Polen ist Leszek Mozdzer (44) ein Superstar des Jazz . Mit allen Größen hat er gearbeitet, von Tomasz Stañko bis Henryk Mi{oelig}kiewicz. Kein Wunder, dass bei dem Konzert, das er mit dem Bassisten Lars Danielsson am Samstag in der Illinger Illipse gab, vor allem Polnisch im Publikum zu hören war. Denn in Deutschland ist Mozdzer weitgehend unbekannt. Vielleicht auch wegen seines für Deutsche unaussprechlichen Namens. Er stellte sich selbstironisch als "Bzsch Bzsch Bzsch" vor. "Und mit diesem Namen möchte ich international Karriere machen." Dass Mozdzer zu den großen Talenten gehört, zeigte er schon im Solo-Teil des Konzerts, beim fliegenden Wechsel unterschiedlichster Stile - von der verspielten Jazz-Poesie des polnischen Jazz-Vorreiters Krzysztof Komeda bis zum kraftvollen Klang des Polen Witold Lutos{lstrok}awski.

Während Mozdzer sein Idol Komeda mit einer fliegenden Leichtigkeit interpretierte, bei der sich rechte und linke Hand die Themen förmlich zuwarfen, entwickelte er bei Lutos{lstrok}awski eine kraftvolle Klangfülle, die mal an Rachmaninow, mal an Bernstein erinnern ließ. Spannend auch sein Einsatz von Ketten und Dämpfern - ein Effekt, der den Klang der Saiten stark verfärbt und Mozdzer somit auf einem Flügel quasi mehrere Instrumente zur Verfügung stellt. Nicht immer funktionierte das perfekt, teilweise gelangen dadurch aber faszinierende Klangcollagen.

Während Mozdzer der Star des Konzerts war, stand der zweite Teil - Mozdzer im Duo mit dem Bassisten Lars Danielsson - dem ersten in nichts nach. Die Kombination Klavier und Bass bot mal wunderbar reduzierten Lounge-Jazz, dann wieder schnelles Wechselspiel der Instrumente, das sich in teils dissonanten Improvisationen verlor, um doch wieder zum eingängigen Grundmotiv zurückzukehren. Dabei war Danielsson gleichberechtigter Partner, der immer wieder die Melodie-Führung übernahm. Ein perfektes Zusammenspiel, bei dem man sich zum Komplettierung nur noch hier und da ein Schlagzeug gewünscht hätte.