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| 20:41 Uhr

Sponsoren verzweifelt gesucht
Wie Saarländer ihrem Land helfen können

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Die Saarländer feiern gerne und haben auch die höchste Vereinsdichte in Deutschland. Man trifft sich auf zahlreichen Stadt- und Dorffesten, auf Festivals, im Sportverein oder im Konzert. Im Winter prägen Weihnachstmärkte das Bild, im Sommer pflegt man zu Schwenker und Bier Lebensqualität und Brauchtum auf vielen Plätzen im Land. All das ist jetzt augenscheinlich in Gefahr. Die Folgen der demografischen Entwicklung mit einer abnehmenden Bevölkerung treffen nicht nur das Saarland schneller als andere Bundesländer, sondern erreichen schon jeden Einzelnen von uns. Von Thomas Sponticcia
Thomas Sponticcia

Im Land mit seinen hohen Schulden fehlt Geld für Investitionen, den Unternehmen Fach- und Nachwuchskräfte, der Region genug Anziehungskraft, um Führungskräfte mit ihren Familien überhaupt anzulocken. Hierfür spielt auch ein besonders attraktives Kultur-, Freizeit- und Vereinsangebot eine Rolle. Doch genau hier droht dem Land nun ein Aderlass. Es muss alarmieren, dass den Sponsoren von Events und Veranstaltungen immer häufiger das Geld fehlt, um Ereignisse weiter zu ermöglichen. Auch ihnen fehlen Einnahmen: ob Banken, Brauereien oder auch Saartoto.

Was kann getan werden? Der Sparkassenverband ruft schon nach einem Runden Tisch aller größeren Sponsoren mit der Landesregierung. Sie soll aufzeigen, was sie für langfristig erhaltenswert hält. Dieses Vorgehen hat einen faden Beigeschmack. Kultur kann nicht staatlich verordnet werden, sondern lebt auch von zahlreichen kleinen, freien Initiativen. Ein Runder Tisch könnte jedoch eine Bestandsaufnahme machen, die als Orientierungshilfe dient. Was gibt es alles im Land? Wie kann man Kräfte bündeln? Was bringt der Region besondere Aufmerksamkeit? Was könnte in der Großregion grenzüberschreitend veranstaltet und finanziert werden? Wie kann man kleine Initiativen noch stärken? All diese Fragen müssen nach der Bestandsaufnahme auch öffentlich diskutiert werden.

Schwerpunkte und die Suche nach neuen Kooperationen sind unausweichlich. Auch Vereine sollten überlegen, sich zusammenzuschließen. Ein solcher Schritt ist im Sinne junger Menschen, die dann weiter ihrer Leidenschaft im Verein nachgehen können, statt orientierungslos auf der Straße zu stehen. Letztlich hängt die Attraktivität des Angebotes von den Saarländern selbst ab. Nach einer Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft liegen sie bei der Spendenbereitschaft im Vergleich aller Bundesländer auf Platz vier. Wenn es gelingt, bei möglichst vielen von ihnen die Bereitschaft zu erhöhen, durch Spenden Veranstaltungen und Vereine in der Region zu unterstützen, dann kann viel Sinnvolles noch länger existieren. Zumal auch zahlreiche soziale Angebote von Sponsoren unterstützt werden. Wie solidarisch sind also die Saarländer gegenüber ihrem eigenen Land? In Anlehnung an das berühmte Zitat des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy: Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst.