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| 21:16 Uhr

Brandbrief von Lehrern
Lasst die Schulen nicht länger allein!

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Meinung Wie weit sind wir nur gekommen, wenn verzweifelte Lehrer einen vierseitigen Hilferuf an den Bildungsminister und die Ministerpräsidentin schicken? Wenn sie darin schildern, dass sie um ihre Sicherheit fürchten, um ihre körperliche Unversehrtheit. Dass sie täglich mit übelsten Schimpfwörtern beleidigt werden. Dass normaler Unterricht im Prinzip gar nicht möglich ist. Unabhängig vom Mitleid, das man für diese Lehrer und die Schulleitung empfinden muss: Unter solchen Bedingungen ist eine Schulbildung, die ihren Namen verdient, nicht möglich. Was soll also einmal aus diesen Kindern werden? Die saarländische Landesregierung um den zuständigen Minister Ulrich Commerçon (SPD) muss ihre gesamte Bildungspolitik gründlich überdenken. Sie hat bisher zu wenig für die Schulen getan und sie ein Stück weit allein gelassen.

Denn: Die Gemeinschaftsschule Bruchwiese in Saarbrücken ist zwar ein sehr krasses, aber ganz offensichtlich nicht das einzige Beispiel für unhaltbare Zustände an saarländischen Schulen. Das bekommt man immer wieder zu hören, wenn man zu dem Thema recherchiert. Irgendwo krankt es also grundsätzlich im System.

Natürlich kommen jetzt wieder die altbekannten Reaktionen von der AfD und von rechten Hetzern bei Facebook, die genüsslich auf die 86 Prozent Migrantenanteil an der Gemeinschaftsschule Bruchwiese verweisen. Dabei ist sicher nicht die Herkunft der Schüler das grundsätzliche Problem. Richtig ist aber auch, ein hoher Migrantenanteil bringt mehr Herausforderungen mit sich: Kulturelle Unterschiede – etwa was die Rolle der Frau anbelangt – und Sprachbarrieren müssen bewältigt werden. Teilweise können diese Jugendlichen überhaupt kein Deutsch. Von Kriegstraumata, die Flüchtlingskinder mit sich herumschleppen, ganz zu schweigen.

Und zu diesen Herausforderungen, die sich in den vergangenen Jahren durch den Flüchtlings-Zustrom noch verstärkt haben, kommt jetzt auch noch die Inklusion. Die ist ja prinzipiell eine gute Idee. Schüler mit Beeinträchtigungen werden an Regelschulen unterrichtet, um von Anfang an ein Bestandteil dieser Gesellschaft zu sein. Nur muss man dabei aufpassen, dass man es nicht übertreibt. Extrem verhaltensauffällige Schüler unter allen Umständen auf eine Regelschule zu schicken, nur damit diese dort einen geordneten Unterricht unmöglich machen, ist keine gute Lösung. Und wenn man es doch versuchen will, muss man die Schule zumindest mit den entsprechenden Ressourcen ausstatten: genügend Lehrer, genügend Fachkräfte, geeignete Räume.

Es ist einfach ein Irrglaube, dass die Schulen zum Nulltarif die enormen zusätzlichen Herausforderungen stemmen können, die ihnen aufgebürdet werden.

Und doch: Nicht alles ist mit fehlendem Geld zu erklären. Dass Lehrer inzwischen bedroht und mit Wörtern wie „Cracknutte“ oder „Hurensohn“ bedacht werden, hat auch mit einem gewissen Werteverfall in unserer Gesellschaft zu tun. Hier sind vor allem die Elternhäuser gefragt.