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Leicht verdaulicher Jazz mit würziger Note

Illingen. Am Sonntag gastierte das Hamburger Tingvall Trio in der Illinger Illipse und begeisterte das Publikum mit melodischem Jazz, der trotz Eingängigkeit nicht ins Seichte abdriftete. Sebastian Dingler

Wie ist das nun mit dem Jazz ? Sind Dissonanzen seine zwingend vorgeschriebenen Komponenten? Gilt Musik erst dann als Jazz , wenn in den Akkorden schräg klingende Intervalle wie der Tritonus oder die kleine None vorkommen? Oder reicht zum Etikett Jazz aus, wenn ein Flügel, ein Kontrabass und ein Schlagzeug gespielt werden?

Das in Hamburg beheimatete Tingvall Trio jedenfalls bediente am Sonntagabend in der Illinger Illipse zwar das klassische Jazz-Instrumentarium, ließ aber viele typische Merkmale dieser Musik beiseite, wie etwa den häufigen Gebrauch besagter Dissonanzen. Für viele Jazzliebhaber sind diese ja die eigentliche Würze im tonalen Menu.

In Illingen bot das Tingvall Trio den gut 300 Anwesenden nur dezent gewürzte Küche. Doch dieser leicht verdauliche Jazz traf offenbar den Geschmack des Publikums. Ins Seichte rutschten die Kompositionen von Bandchef Martin Tingvall dennoch glücklicherweise nicht ab. Mit viel Liebe zum Detail wurden da Themen musikalisch ausgearbeitet und Rhythmen aufgebaut.

Kontrabassist Omar Rodriguez Calvo glänzte als Martin Tingvalls gleichwertiger Solist. Kennzeichnend für den Kubaner war nicht etwa ein lateinamerikanisch geprägtes Spiel (das ihm viele zuschreiben), sondern sein starkes Tremolo, das seinen Kontrabass regelrecht singen ließ. Schlagzeuger Jürgen Spiegel trat dagegen als Solist kaum in Erscheinung - dafür überzeugte er mit großer Sensibilität und Ideenreichtum.

Das begeisterte Publikum ließ die Band erst nach zwei Zugaben von der Bühne.