Landesgesellschaften werden gebündelt

Landesgesellschaften werden gebündelt

Saarbrücken. Das Wirtschaftsministerium ist dabei, die Mehrzahl der Landesgesellschaften, die in seinem Verantwortungsbereich liegen, neu zu strukturieren. Das bestätigte gestern Wirtschafts-Staatssekretär Jürgen Barke auf SZ-Anfrage

Saarbrücken. Das Wirtschaftsministerium ist dabei, die Mehrzahl der Landesgesellschaften, die in seinem Verantwortungsbereich liegen, neu zu strukturieren. Das bestätigte gestern Wirtschafts-Staatssekretär Jürgen Barke auf SZ-Anfrage. Dabei handelt es sich in erster Linie um die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GW) Saar (Firmenansiedlungen von außen, Bereitstellung von Gewerbefläche), die Woge Saar (Wohnungsgesellschaft), die SBB Saarland Bau- und Boden-Projektgesellschaft (Verwalten von Gewerbeflächen und -objekten), sowie die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Saar (Stadtentwicklung, Flurbereinigungen). Die Neustrukturierung soll allerdings auch den Flughafen Saarbrücken und die Hafenbetriebe Saarland umfassen.Im Kern besteht nach Auskunft Barkes der Umbau darin, dass die schon existierende Obergesellschaft SHS Strukturholding Saar zu einer klassischen Holding umgebaut wird und dort die zentralen Aufgaben gebündelt werden. So ist die SHS künftig für die Personalverwaltung all dieser Gesellschaften zuständig. Auch die Bereiche Informationstechnologie (IT), Organisation, Rechnungswesen, Finanzierung, Controlling oder Marketing sollen in der SHS gebündelt werden. "Sinn des Umbaus sind Kostenersparnisse, aber auch effizientere Strukturen", sagt Barke. So will man den Landeszuschuss an diese Gesellschaften von 25 Millionen Euro im kommenden Jahr auf 7,6 Millionen Euro im Jahr 2020 senken. Offiziell soll sogar eine "schwarze Null" erreicht werden, weil den Zuschüssen - beispielsweise für den Flughafen - auch Einnahmen gegenüber stehen. So besitzt die Woge rund 5600 Wohnungen und erzielt etwa 28 Millionen Euro Mieteinnahmen. Die SBB vermietet und verkauft Gewerbeflächen sowie entsprechende Objekte. Die Gesellschaft ist unter anderem Vermieter des Ford-Zulieferparks in Saarlouis oder des Science-Parks an der Saar-Universität. Auch die künftigen großen Gewerbe-Areale wie zum Beispiel der "Lisdorfer Berg" bei Saarlouis sollen von der SBB vermarktet werden. Darüber hinaus laufen nach Auskunft Barkes Kredite aus - so zum Beispiel für das Projekt Industriekultur Saar (IKS).

Die Synergie-Effekte bewirken auch, dass die Zahl der derzeit noch 260 Mitarbeiter sinken wird. "Es wird allerdings nicht zu Kündigungen kommen". Auch an Chefs soll eingespart werden. So wird nur noch die Holding mit einer Geschäftsführung besetzt sein.

Der Umbau soll im kommenden Jahr über die Bühne gehen. Barke erinnert daran, "dass wir damit eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag umsetzen". Dort wird gefordert, dass auch die Landesbeteiligungen einen Beitrag leisten müssen.

Das Land hält Anteile an fast 50 Gesellschaften, wie aus dem letzten Beteiligungsbericht der Landesregierung aus 2010 hervorgeht. Das reicht vom AMI Arzneimittel-Untersuchungsinstitut Nord bis hin zum Zema Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik. Laut Koalitionsvertrag erhalten diese Gesellschaften eine jährliche Kapitalzuführung von 60 Millionen Euro. Barke schwebt vor, dass die SHS in einem zweiten Schritt auch für andere Landesgesellschaften die zentralen Verwaltungsaufgaben übernehmen kann. Mit den Gesellschaften, die jetzt feststehen, will man anfangen, um "einen ersten Schritt zu gehen". Wäre sofort die große Lösung ins Auge gefasst worden, hätte man zuviel Zeit verloren.