| 20:38 Uhr

#MeToo-Debatte
Weinsteins Filmstudio meldet Insolvenz an

Los Angeles. (dpa) Der Skandal um den gestürzten Hollywood-Mogul Harvey Weinstein treibt nun wohl auch das von ihm gegründete Filmstudio in die Pleite. Nachdem ein geplanter Verkauf des Unternehmens gescheitert war, will die Weinstein Company nun Insolvenz beantragen.

(dpa) Der Skandal um den gestürzten Hollywood-Mogul Harvey Weinstein treibt nun wohl auch das von ihm gegründete Filmstudio in die Pleite. Nachdem ein geplanter Verkauf des Unternehmens gescheitert war, will die Weinstein Company nun Insolvenz beantragen.


Die von zahlreichen namhaften Schauspielerinnen vorgebrachten Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen den einstigen Filmmogul Weinstein haben damit nicht nur ihn zu Fall gebracht, sondern jetzt auch seine Firma. Weinstein war im Oktober von seinem Studio entlassen worden. Derzeit soll er sich wegen seiner Sexsucht in einer Therapie befinden.

 Der geplante Verkauf des Studios an eine Investorengruppe war vor zwei Wochen gescheitert, nachdem der oberste New Yorker Staatsanwalt Eric Schneiderman eine erneute Klage gegen die Firma und ihre Chefetage inklusive Weinstein angestrengt hatte. Die Führungskräfte des Studios hätten es wiederholt nicht vermocht, die Angestellten vor „unablässiger sexueller Belästigung, Einschüchterung und Diskriminierung“ durch Weinstein zu schützen, hieß es in der Klage. Daraufhin zogen sich die Investoren um die Unternehmerin Maria Contreras-Sweet von den Gesprächen zurück. Sie hatten zuvor rund 500 Millionen Dollar für die Firma geboten. Schneiderman erhob die Klage explizit, um den Verkauf des Studios zu verhindern. Er habe „stichhaltige Gründe“ zu der Annahme, dass ein Verkauf der Firma Weinsteins Opfer ohne ausreichende Entschädigung zurücklassen würde, teilte er mit.

Die Weinstein-Enthüllungen vom Herbst 2017 hatten die #MeToo-Debatte ausgelöst – eine weltweite Bewegung, bei der Hunderttausende Betroffene über eigene Erfahrungen berichten und Missbrauchsvorwürfe öffentlich machen. Die Debatte prägt bis heute die Branchendiskussionen.