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Verve und Ernst: Klenke-Quartett beim 9. Saarbrücker Kammerkonzert

Saarbrücken. Der vergangene Freitag, an dem die Einigkeit Europas ihre Selbstverständlichkeit verloren zu haben schien, war ein Tag der gemischten Gefühle. Umso beruhigender, den Abend musikalisch verbringen zu dürfen, um Ablenkung und Mut in der Kunst zu finden. Das neunte und letzte "Saarbrücker Kammerkonzert" der aktuellen Saison in der Musikhochschule erfüllte diesen Anspruch absolut. Zu Gast war das Weimarer Klenke-Quartett mit einem betörenden Programm. Jakob Leiner

Der vergangene Freitag, an dem die Einigkeit Europas ihre Selbstverständlichkeit verloren zu haben schien, war ein Tag der gemischten Gefühle. Umso beruhigender, den Abend musikalisch verbringen zu dürfen, um Ablenkung und Mut in der Kunst zu finden. Das neunte und letzte "Saarbrücker Kammerkonzert" der aktuellen Saison in der Musikhochschule erfüllte diesen Anspruch absolut. Zu Gast war das Weimarer Klenke-Quartett mit einem betörenden Programm.


Die drei Contrapuncti aus Bachs "Kunst der Fuge" beschworen sofort eine besinnliche Aura der Ernsthaftigkeit. Die vier Musikerinnen zelebrierten mit auskostenden Strichen alle seelischen Tiefen und Untiefen hinter der vermeintlich starren Musik. Mozarts "Streichquartett Nr. 15 in d-Moll" ist eines seiner Joseph Haydn zugeeigneten Werke dieser Gattung. Und jener pittoreske Verve etwa des Variationensatzes erinnert natürlich unverkennbar an die kompositorische Listigkeit des Altmeisters. Das Ensemble nahm jede sich bietende Gelegenheit zur hochexpressiven Ausgestaltung wahr, ohne jemals die klassische Formenkunst zu sprengen. Das oft anfällige Andante gelang wunderbar zaghaft, die prägnanten "Kippeffekte" waren feinnervig ausgespielt. Zum Abschluss bestätigte Schumanns Opus 41/1, dass überaus aufeinander bedachtes Agieren zu höchster musikalischer Freiheit führt, einem Spielraum, der jeder Einzelstimme zugute kommt, da sie nun ihre wesenseigene Intensität fruchtbar erforschen kann.