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Urban Art: Ja, wo laufen sie denn?

Völklingen. "Wo geht‘s denn hier zur Urban Art Ausstellung?" Diese Frage hörte man am Donnerstag öfter - von Besuchern des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, die sich bereits auf dem Gelände befanden. Sie standen auf einer Treppe, guckten sich fragend um und wandten sich Rat suchend an andere Besucher, weil sie den Weg zur Möllerhalle nicht fanden. Nun war es am Donnerstag ziemlich ruhig, die Besucher tröpfelten nur vereinzelt ins Weltkulturerbe und konnten daher nicht einfach einem Besucherstrom folgen. Silvia Buss

Der Weg vom Eingang zum Ausstellungsbereich in der Möllerhalle ist zur Zeit besonders lang und verwinkelt, führt treppauf und treppab, mit vielen Abzweigungen. Denn von den beiden Zugängen zum Weltkulturerbe ist, auch wegen der bevorstehenden Inka-Gold-Ausstellung, nur der von der Möllerhalle weiter entfernte Eingang in der Gebläsehalle geöffnet. Schon in derem oberen Geschoss machte da eine französische Familie frustriert wieder kehrt, weil sie den Ausgang zur Brücke auf die andere Straßenseite nicht fand und auch kein Hinweisschild oder Personal.



Doch auch im weiteren Verlauf des Weges wusste geschätzt jeder dritte Tourist nicht weiter. Manche hatten sogar einen Geländeplan in der Hand. Doch auf diesem ist nur der normale Besucherrundweg und nur sehr abstrahiert eingezeichnet und ohne Hinweis auf Urban Art. Manche Besucher liefen dann auf den Eingang zum Unesco-Besucher-Zentrum (Sinteranlage) zu, weil dort über der Tür ein großes orangenes Schild mit der Aufschrift "Start" hing. Im Gebäude, umgeben von Multimedia-Installationen, wussten sie dann erst mal nicht mehr weiter.

Andere orientierten sich vor dem Gebäude ein paar Schritte nach links. Dort erstreckt sich der lange Weg, der am Kohlegleis vorbei und nach einer Kurve auch tatsächlich in die Möllerhalle führt. Am Anfang dieses Wegs steht auch ein großer grüner Holzkasten, an dem mehrere Plakate befestigt sind, darunter eines der Urban-Art-Biennale. Sollte das nun heißen, dass man diesem Weg folgen soll? So mancher ortsunkundige Tourist blieb da skeptisch und wartete darauf, sich bei anderen Besuchern erkundigen zu können. Dabei lässt sich mit einem guten Leitsystem jeder Ort finden, egal wie kompliziert der Weg sein mag. Dafür braucht man deutlich sichtbare Hinweisschilder mit Richtungspfeilen, die einem mindestens an jeder Abbiegung sagen, wo‘s lang geht. Genau daran hapert es aber. Die dunkelgrünen Urban-Art-Schilder sind viel zu klein, viel zu unscheinbar in der gewaltigen Kulisse. Wenn sie dann noch im Schatten hängen, sind sie geradezu unsichtbar.

Die SZ fragte bei der Pressestelle des Weltkulturerbes nach. Dort zeigt man sich überrascht und ungläubig, dass Besucher Orientierungsschwierigkeiten haben sollen. Armin Leidinger: "Uns ist davon nichts bekannt, bisher hat auch noch jeder die Urban-Art-Biennale gefunden."