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| 20:35 Uhr

Filmpreis Golden Globe
„Surreal, aber sehr schön!“

Los Angeles. Das NSU-Drama „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin gewinnt in den USA den wichtigen Golden Globe als bester Auslandsfilm. Von Aliki Nassoufis

(dpa) Der deutsche Regisseur Fatih Akin hat für sein NSU-Drama „Aus dem Nichts“ einen Golden Globe gewonnen. Der 44-Jährige wurde in der Nacht zum Montag mit dem Preis für den besten nicht-englischsprachigen Film geehrt. Es ist der erste Globe für einen deutschen Film seit acht Jahren – ein großer Erfolg in Hollywood. Die Hauptpreise in den wichtigsten Kategorien gingen an das Polizeidrama „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ und die Tragikomödie „Lady Bird“. Zahlreiche Prominente nutzten die Show für Proteste gegen Sexismus und lieferten Beiträge zur Missbrauchs-Debatte (siehe unten).

„Wahnsinn! Unglaublich, ich kann es gar nicht fassen! Ich hab’ das nicht erwartet, ganz ehrlich“, sagte Akin im Interview kurz nach der Verleihung. „Es ist sehr surreal gerade, aber schön, sehr schön!“ Seine Frau habe er noch in der Nacht in Hamburg angerufen und mit der guten Nachricht geweckt. Den Preis wolle er zu seinen anderen Auszeichnungen in sein Büro stellen.

Ihm sei der Golden Globe aber vor allem aus einem anderen Grund wichtig, sagte der Sohn türkischer Einwanderer: „Ich denke, dass so ein Preis die Aufmerksamkeit auf den Film lenkt und den Film nochmal attraktiver macht für Zuschauer.“ Es gehe darum, das Thema NSU-Anschläge im Bewusstsein aktiv zu halten. „Das ist das Wichtigste und Beste an so einem Preis.“

„Aus dem Nichts“, der in diesem Jahr auch der deutsche Oscar-Kandidat ist, erzählt von einer Frau, die bei einem Anschlag in Hamburg ihren türkischen Ehemann und den gemeinsamen Sohn verliert. Wenig später wird ein Neo-Nazi-Paar verhaftet und angeklagt. In der Hauptrolle brilliert die in Niedersachsen geborene Diane Kruger. Für den Hollywoodstar (,,Troja“) war es die erste Kinorolle auf Deutsch. Zuletzt hatte 2010 das Schwarz-Weiß-Drama „Das weiße Band“ des österreichischen Regisseurs Michael Haneke den Auslands-Globe nach Deutschland geholt.

Der eigentliche große Gewinner bei den Globes war allerdings „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“. Das Werk des Iren Martin McDonagh wurde nicht nur als bestes Drama ausgezeichnet, sondern gewann auch noch drei weitere Trophäen, darunter die für Frances McDormand als beste Hauptdarstellerin. Die 60-jährige US-Amerikanerin spielt in dem Independent-Film eine Mutter, die den Mord ihrer Tochter aufgeklärt haben will und gegen die inkompetente Polizei kämpft. „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, der am 25. Januar in den deutschen Kinos anlaufen wird, prangert außerdem Polizeiwillkür und Rassismus an.

Bei den Globes werden traditionell auch Preise in der Kategorie Beste Komödie/Musical verliehen. Dort gewann die Tragikomödie „Lady Bird“ von Regisseurin Greta Gerwig den Hauptpreis; die 23-jährige Saoirse Ronan wurde dafür als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Sie spielt in „Lady Bird“ eine rebellische Schülerin, die ihrer kleinstädtischen Heimatstadt überdrüssig ist. In derselben Sparte gewann James Franco den Globe als bester Hauptdarsteller: für seine Leistung als exzentrischer Regisseur in der Tragikomödie „The Disaster Artist“, bei der Franco auch Regie führte.

Der Preis für den besten Hauptdarsteller in einem Drama ging an den Briten Gary Oldman für „Churchill – Die dunkelste Stunde“ über den ehemaligen britischen Premierminister Winston Churchill. Als bester Regisseur gewann der Mexikaner Guillermo del Toro für „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“. Das Fantasy-Märchen war mit sieben Nominierungen der Favorit des Abends gewesen, erhielt dann aber „nur“ noch den für die beste Filmmusik des Komponisten Alexandre Desplat.

Die Golden Globes gehören zu den höchsten Preisen in Hollywood. Sie gelten als wichtige Vorboten für die Oscars, die in diesem Jahr Anfang März verliehen werden.