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Superlative des Sammelns in der Seine-Metropole

In der früheren Pariser Börse, einem repräsentativen Kuppelbau mitten in Paris, wird François Pinault (ganz rechts im Bild, daneben Bernard Arnault) bis Ende 2018 seine Pinault Fondation unterbringen. Fotos: dpa
In der früheren Pariser Börse, einem repräsentativen Kuppelbau mitten in Paris, wird François Pinault (ganz rechts im Bild, daneben Bernard Arnault) bis Ende 2018 seine Pinault Fondation unterbringen. Fotos: dpa
Paris. François Pinault gegen Bernard Arnault: Das Duell der beiden superreichen Franzosen dominiert schon lange nicht mehr nur Mode- und Geschäftswelt. Beide sind Kunstliebhaber und sorgen abwechselnd mit spektakulären Ausstellungen und Museumseröffnungen für Schlagzeilen. Zuletzt machte Pinault von sich reden. Vermutlich Ende 2018 wird der 79-Jährige sein drittes Museum eröffnen – mitten in Paris. Agentur

Selten hatte man François Pinault so zufrieden lächeln gesehen wie im vergangenen April, als die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo verkündete, dass der schwerreiche Unternehmer seine Sammlung nun endlich auch in Frankreichs Metropole zeigen werde. Vor mehr als 15 Jahren schon wollte der Bretone sich mit einem Neubau auf der Seine-Insel Ile Seguin bei Paris diesen Traum erfüllen. Doch Bürgerinitiativen und die zuständige Gemeinde blockierten den Bau. Aus Protest eröffnete Pinault im April 2006 den Palazzo Grassi, im Juni 2009 sein Museum in der Punta della Dogana.



Mit dem riesigen Kuppelbau in der Nähe des Pariser Centre Pompidou nimmt Pinault (79) Revanche. Denn noch im Oktober 2014 musste der Herr über die Luxusmarken Yves Saint Laurent und Gucci zusehen, wie Bernard Arnault (67), Vorstandsvorsitzender von Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH), mit viel Pomp die Fondation Louis Vuitton eröffnete. Das pharaonische Monument wurde von Frank Gehry entworfen. Der spektakuläre Bau, in dem der Rivale seither Teile seiner Sammlung zeigt, ragt im Bois de Boulogne in die Höhe, am Westrand von Paris.

Die Sammlung von Pinault gilt als eine der größten Privatsammlungen zeitgenössischer und moderner Kunst weltweit. Fachleute schätzen sie auf einen Umfang von bis zu 4000 Werken. Sie umfasst neben Klassikern der Moderne auch Arbeiten zeitgenössischer Stars wie Jeff Koons, Damien Hirst, Thomas Schütte und Maurizio Cattelan. Ab 7. Oktober wird mit einem Teil von ihr die Werkschau "Dancing with myself" in Essen im Museum Folkwang bespielt. Arnault gibt nur häppchenweise Einblick in seine Kollektion. Unklar ist, wie viele Werke er besitzt. Selbst die Ausstellung zur Eröffnung seiner millionenteuren Fondation bestückte er nur sparsam mit seinen Preziosen. Zu sehen waren etwa raumfüllende Arbeiten von Sarah Morris, Ellsworth Kelly, Olafur Eliasson. In seinem Besitz befinden sich auch Werke des deutschen Bildhauers Thomas Schütte und zahlreiche Gemälde von Gerhard Richter. Damit jagen beide im selben Hoheitsgebiet.

Pinault, der die Führung der Geschäfte vor Jahren schon an seinen Sohn abgegeben hat, ist laut Forbes-Rangliste nicht ganz so reich wie Arnault, gilt im Kunstbereich bislang aber als einflussreicher. Seine Kunstpassion geht auf die frühen 70er mit dem Kauf eines postimpressionistischen Gemäldes zurück. Arnault entdeckte seine Leidenschaft für Kunst rund zehn Jahre später - mit einem Monet. 1998 erwarb Pinault für 1,2 Milliarden Euro das britische Auktionshaus Christie's, neben Sotheby's das bekannteste. Nur ein Jahr später tat es ihm Arnault mit dem Erwerb des Auktionshauses Phillips gleich. 2002 gab er die Kontrolle über das in London beheimatete Haus jedoch wieder ab. Mit seinem Museum in Paris punktet Pinault gleich doppelt. Seine "Pinault Collection Paris" liegt zwischen Louvre und Centre Pompidou.