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Seeräuber-Oldie mit viel „hahaaaa“ und „hohoooo“

Saarbrücken. (tok) Gänzlich abgesoffen ist er ja nicht, der gute alte Piratenfilm - aber gäbe es Johnny Depp und die "Fluch der Karibik"-Reihe nicht, würde kein Freibeuter mehr über die Leinwand segeln. Nach den goldenen Zeiten von Errol Flynn oder dem "Roten Korsar" versuchten Studios immer wieder, das Genre wiederzubeleben - fast immer vergeblich, manchmal spektakulär scheiternd: 1996 etwa versenkte "Die Piratenbraut", satte 100 Millionen Dollar teuer, nur eines: ihr Filmstudio.

Einen vergeblichen, dennoch sehenswerten Wiederbelebungsversuch unternahm Hollywood 1976 mit "Der scharlachrote Pirat", als DVD lange vergriffen und nun erstmals in brillantem HD auf Blu-ray zu sehen (von Koch Media). Der Film ist ein Vehikel für den 70er-Jahre-Star Robert Shaw ("Der Clou", "Der weiße Hai") mit eher dünner Geschichte: Ein Pirat (Shaw) ficht einen sadistischen Südsee-Tyrannen ins Jenseits. Die Ausführung aber ist prächtig: Breitwandformat und bunte Bilder, die die tiefblaue See und den roten Einteiler des Piraten geradezu erstrahlen lassen.



Auffällig müht sich der Film, den naiven Abenteuergeist der alten Filme neu zu entfachen. Fast jeder Satz wird mit Impetus geschmettert, begleitet von mannhaftem "hahahaaa!" und den Zusätzen "mein verrückter Freund" oder "Du Schurke!". Ein bunter Spaß von gestern, dessen Nostalgie sich sogar noch steigern lässt: Die Blu-ray enthält auch eine gekürzte Schmalfilmversion aus den 80ern, als Super-8 noch die Krönung der Heimkinotechnik war.